🇲🇦 2015 Marokko – Tag 2 – Marrakesch

Trotz Klimaanlage war es Nachts recht warm gewesen. Wir begannen den Tag gegen 0800 mit einem Frühstück im Innenhof des Maison, das aus Marmelade, Baguette, Käsen, Salami und Kaffee bestand. Danach gingen wir raus um uns in der Medina umzusehen. Gegen 1000 war es noch recht angenehm und kaum Menschen unterwegs.

Als erstes gingen wir zur alten Koranschule, oder besser gesagt fuhren wir mit dem Taxi, da uns der Weg völlig unbekannt war. Als wir schon drin saßen und fuhren viel mir das Taxameter ein und ich zeigte auf das ausgeschaltete Gerät. der Typ meinte nur kein Taxameter und 30 DH. Für die kurze Strecke war das natürlich völlig überteuert aber das kommt davon wenn man nicht gleich den Preis ausmacht oder auf das Taxameter besteht. Marrakesch ist in Beziehung der Preise sowieso mit deutschen vergleichbar, da jeder versucht den Touribonus abzuschöpfen. Die 30 Dh für den Bus, der nur 20 Minuten vom Flughafen braucht sind ebenso ungewöhnlich.

Mit dem Überlandbus kommt man für den Preis sonst wo hin. Ich glaube ich hatte vor vier Jahren weniger bezahlt, kann mich aber auch irren. Der Taxler ließ uns in der Nähe der Schule raus und sagte uns den Weg weil er dort nicht mehr weiterfahren konnte. Für die Verhältnisse in M ist das allerdings relativ, da auch wenige hundert Meter Irrgarten bedeuten. Der Eingang liegt unter einer Überbauung und wurde von mir erst gar nicht gesehen. Gegenüber des Einganges gab es eine nette breite Bank, was sonst nicht vorkommt in der Medina. Der Eintritt kostete 10 Dh pro Person, wobei ich nur nen hunderter hatte und der Kassier nicht rausgeben konnte.

Als Kleingeld hatten wir noch 19, worauf der Kassierer 1 Dh spendierte. Der Innenhof der Schule war voller Schnitzerreien und mit Stuck verziehrt wo Platz war. Das ganze Gebäude war höchst symmetrisch aufgebaut. In der Mitte der Innenhof und an den linken und rechten Seiten wieder kleine Innenhöfe und darum schließlich drei kleine Zimmer. An jeder Seite gab es ca 5 solcher Höfe über zwei Etagen. Die Zimmer hatten nur ganz winzige Fenster an der Decke und waren vergittert. Alle Türen waren massiv und mit Sehklappen versehen, was mir die Freiwilligkeit der Einrichtung skeptisch erschienen ließ. Im ganzen Gebäude war es angenehm Schattig und kühl. In einem der kleinen Innenhöfe überlegten wir erstmal wo wir weiter hin wollten.

Wir entschlossen uns zu irgendeiner Art von Brunnen aus dem Planeten. Mein Navi war überhaupt nicht hilfreich, da alle Straßen auf arabisch geschrieben waren. Dadurch musste ich immer anhand der Karte im Planet die ungefähre Position des Ziels herausfinden. Dabei fiel mir auf, dass die Planetkarten im Vergleich zum Nokia-Navi deutlich unterschiedlich mit den Hauptstrassen umgehen und damit eine Positionsbestimmung deutlich erschwert wird. Wir versuchten also wieder mit dem Navi durch die Medina durchzukommen. Während das Ding versuchte Satelliten zu finden, merkten wir schon das wir völlig falsch gingen. Wir beschlossen daher einfach wieder gerade durch die Medina zum Jeema zu gehen, was sich als schwer genug herausstellte.

Mittlerweile war die Wärme bei ca 40 Grad angelangt und machte uns schwer zu schaffen. Von dem Zeitpunkt an versuchten wir jeden Kontakt mit der Sonne zu vermeiden und gingen nur noch im Schatten und verbrauchten enorme Mengen an Wasser. Wir beschlossen zu den Saaditengräbern zu gehen. Kurz vor der Gräbern gingenwir in ein nahezu leeres, aber sonnenfreies Cafe um der unerträglichen Wärme zu entgehen und etwas Tee zu trinken nach einiger Erhohlungszeit schafften wir die 10 min zu den Gräbern am Stück, immer an die Häuserwänder gepresst im Schatten. Der Eintrittspreis muss um die 30 Dh pro Person gelegen haben. Eine grosse Halle konnte man wegen Renovierung nicht betreten und der Rest war ziemlich unspektakulär. Wir wollten noch auf die Toilette, wofür uns wieder 5 Dh abgeknöpft wurden. Nach kurzer Erhohlungszeit verließen wir den Ort wieder um ins Maison zurück zu gehen und abzukühlen.

Die Wärme wurde immer unerträglicher und wir mussten uns weiter langsam im Schatten vorantasten. Nach ewigem Laufen bei über 40 Grad im Maison angekommen, schalteten wir die Klima wieder auf volle Leistung und erholten uns für eine Stunde. Nach dieser Zeit fühlten wir uns zumindest wieder fit um in den Garten zu gehen. Mittlerweile gegen 1630 war die Temperatur noch weiter angestiegen. Anfangs noch mit recht viel Elan, ging es recht schnell voran. Seit Mittag hatte ich ein nasses Hemd über dem Kopf. Nach dem Verlassen des Maison hatte ich ein nasses T-Shirt auf dem Kopf und ein nasses Hemd an. Das Hemd war innerhalb kürzester Zeit wieder trocken aber das T-Shirt eignete sich wunderbar um durchzuhalten. Wir gingen wieder durch die Medina in Richtung Busbahnhof zum Garten.

Diesmal merkte ich deutlich wie schlau doch der Irrgarten der Medina für diese Temperaturen ist. In der Medina war es zwar nicht kälter, aber es gab immer überall Schatten. In der weitläufigen Neustadt mujsste man hingegen auf breiten Fußwegen in praller Sonne laufen was stark unangenehm war. Wir erreichten den Garten kurz vor 1700. Der Eintrittspreis sollte immer noch sehr hoch sein, was uns schließlich dazu veranlasste wieder zu gehen. Wir schleppten uns ins nächste Cafe in den Schatten um uns mit Tee und Kaffee für den Rückweg zu stärken. Gegenüber vom Cafe war ein kleiner Park in dem von einem Tauben mit kiloweise Nahrung gefüttert wurden. Dazu gabs sogar noch Wasser.

Ein rumsitzender Mensch meinte das die Tauben halt schön sind und deshalb gefüttert werden. Wir schleppten uns wieder ins Maison in die Medina und kühlten erstmal vor der Klima gründlich ab. Vorher hatte ich schon die ganzen blöden Geräte zum Aufladen angesteckt. Nach einer Weile ging ich noch mal im Dunklen los um was zu essen zu organisieren. irgendwie gabs in dem ganzen Viertel nichts. An einem kleinen Platz gab es drei Spätis nebeneinander und sonst nichts. An einer Ecke an der Hauptstrasse entdecke ich aber doch noch einen Sandwichladen. Ich besorgte zwei Omlettesandwiches und Pommes für 30 Dh. Dazu gab es noch drei Krapfen für 10 Dh wobei ich merkte wie der Typ mich im Preis abzockte. Zum Essen gingen wir auf die Dachterasse, wo immer noch eine extreme Hitze war.

Nach Sonnenuntergang kam etwas Wind auf, der allerdings kaum eine Kühlere Luft heranschaffte. Dieses Backofentreiben beendeten wir schließlich in der Kammer mit Klimaanlage.


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