🇲🇦 2015 Marokko – Tag 3 – Marrakesch / Taroudant

Durch die nachts laufende Klimaanlage war es im Zimmer angenehm. Heute sollten wieder 45 Grad in Marrakesch werden. Das Frühstück hatte diesmal zusätzlich ein gekochtes Ei und den anscheinend Eigentümer des Maison. Der Eigentümer saß an einem eigenen Tisch, frühstückte auch und glotzte in der Gegend rum.

Nach dem Essen wurden die Sachen in Ordnung gebracht, 59 euro pro Nacht bezahlt und das Maison verlassen. Wir wollten nun den Mietwagen am Flughafen abholen fahren. Den Wagen hatten wir ab 1200 reserviert, aber ich wollte möglichst gegen 1100 da sein, da sich die ganze Prozedur vielleicht etwas ausdehnen könnte. Am Busbahnhof versuchten uns alle möglichen Leute eine Busfahrt anzudrehen. Das ist immer grundsätzlich nervig dort. Wir wussten erst nicht welcher Bus zum Flughafen fährt, da das nicht angeschrieben stand. Kurzerhand fragte ich den Busfahrer in einem anderen Bus, worauf der auf den Bus neben sich wies.

Der hatte nun eine andere Nummer. Wir bezahlten wieder 30 Dh pro Person, worauf sich der Bus gleich in Gang setzte und eine Runde durch die Neustadt bis zum Flughafen fuhr. Am Flughafen angekommen ging es gleich zu Sixt um den bestellten Mietwagen abzuholen. Vorher hatte ich schon schauerliche Geschichten über die Höhe der Kaution gelesen und die sind tatsächlich war. Für einen Wagen für ca 13 Tage mit 350 euro Kosten wollte die Vermietfrau 1300 euro Kaution. In meinen Buchungsunterlagen stand nichts, in ihren schon. Das war seltsam, da ich die ganze Zeit über die Höhe der Kaution gerätselt hatte. Die Kaution sollte unglaubliche 1300 euro betragen. Es gab noch verschiedene weitere Optionen um die Kaution zu drosseln.

Wir entschieden uns für eine volle Versicherung für 1600 Dh, wodurch die Kaution auf 3200 Dh reduziert wurde. Insgesamt ist das ein äußerst fragwürdiges Verhalten der Autovermieter, zumal ich vorher rein gar nichts über die Höhe der Kaution wusste. Den Wagen hatte ich vorher über Expedia gebucht. Wir mussten noch eine halbe Stunde auf den Wagen warten aber schließlich kam einer 1130 mit den Unterlagen. Statt eines schrottigen Dacia Logan gabs einen Citroen Elysee. Die Kratzer wurden alle notiert, Klima ausprobiert und wir konnten losfahren. Der Verleihmensch gab mir noch die Parkkarte, die wir natürlich beim rausfahren bezahlen mussten. Das waren nur 7 Dh aber trotzdem son eine typische Sache.

Mit dem Auto musste ich erstmal klarkommen, da das Teil zwar mit 20000 Kilometern recht neu und Mittelklasse sein sollte, aber trotzdem reicht klein war und innen billig wirkte. Später sollte sich noch herausstellen, daß der Zigarettenanzünder nicht funktionierte und ich mein DC/AC-Wandler damit umsonst mitgeschleppt hatte. Ich habe später noch gedacht, dass die Sicherung defekt sei, konnte die Sicherung aber nicht finden weil die Beschreibung im Handbuch überhaupt nicht mit den vorhandenen Sicherungen übereinstimmte. Im Netzt konnte ich dazu auch nichts finden, weil anscheinend auch niemand sowas kauft. Nach einem kurzen Besuch im Supermarkt kamen wir gegen 1400 auf die Straße in Richtung Taroudant.

Wir wollten den Tizn Test Pass über den Atlas nehmen. Eigentlich wollten wir bis Legzira durchfahren, was sich aber als absolut illusorisch herausstellen sollte weil die Zeit einfach nicht reichte. Innerhalb weniger Minuten waren wir aus Marrakesch raus und der Verkehr nahm deutlich ab. Nach ca 1 Stunde fahren war die Situation auf der Strasse völlig entspannt und uns begegnete nur noch alle zehn Minuten ein Fahrzeug. Die Fahrt ist Anfangs noch unspektakulär, sobald man aber in die Berge kommt schon ansehnlicher. Ständige Kurven und ein ständiges Hochgeschraube bis auf 2000 m Höhe. Das tolle daran ist, daß man die Straße fast für sich allein hat und nicht ständig durch Verkehr bedrängt wird. In einem Dorf machten wir halt, setzten uns auf die Dachterasse eines kleinen Restaurants und aßen jeder eine kleine Lamm-Tajine.

Auf dem Dach war es äußerst gemütlich, niemand störte und wir konnten die Straße des Dorfes in Ruhe überblicken. Eigentlich war da überhaupt nicht viel los, nur einige Leute saßen herum und ab und zu kam ein Auto vorbei. Die Tajine war köstlich, dazu gabs marokkanischen Tee und das gesamte Essen kostete nur um die 75 Dh. Nach langem weiteren Hochgeschraube und kleineren Spaziergängen erreichten wir den Pass, der eine grandiose Aussicht über die andere Seite des Atlas bot. Unten lag ein breites Tal und in einiger Entfernung waren die Berge des Antiatlas zu sehen. Direkt auf dem Pass lag eine Art Pension und ein Späti.

Wir mussten nun die ganze Höhe wieder nach unten und dann ein Stück weiter nach rechts um nach Taroudant zu kommen. Auf dieser Seite war der Weg nach unten wesentlich kürzer aber voller enger Kurven. Auf hoher bis mittlerer Höhe gab es Unmengen von Zwergpalmen. Die Pflanzen waren eine Art Miniaturausgabe und nur max 50 cm hoch. Für diese kurze Strecke von nur ca 200 km hatten wir den ganzen Nachmittag gebraucht. Mittlerweile wurde es gegen 1700 und bis Taroudant war es noch ein gutes Stück, zumal man nie wusste ob die Straße wirklich schnell befahrbar ist. Je weiter wir nach unten kamen, desto wärmer wurde es. Im Tal erreichte das Thermometer wieder 42 Grad. Die weitere Strecke war gesäumt von Feldern, Plantagen und Geröll, verlief aber zügig.

Am Eingang der Stadt waren einige Häuser, später dominierten jedoch die Stadtmauern. Wir mussten noch ein Hotel für die Nacht finden, mussten jedoch feststellen, daß die Auswahl nach dem Planet nicht so besonders war. Entweder zu teuer oder zu billig. Außerhalb der Medina sahen wir ein Schild für ein Hotel und wollten mal nachfragen. Das Hotel befand sich gleich rechts einge hundert Meter nach dem Haupteingang in der Medina, so das man auch mit dem Auto direkt davor parken konnte.

Das Doppelzimmer war 400 Dh, aber seinen Preis nicht wert. Auf dem Balkon arbeiteten drei Klimaanlagen und insgesamt war es klein und etwas bröselig. Wir nahmen es trotzdem, weil es für unser Budget noch ging und wir keine Lust mehr hatten weiter zu suchen in dieser extremen Wärme, die uns den Tag vorher schon kurz vor den Hitzeschlag brachte. Wir wollten noch kurz in die Medina schauen, blieben aber nach kurzer Zeit in einem Kaffee hängen um einen Tee zu trinken. Mittlerweile war es zwar dunkel geworden aber immer noch extrem warm. Die Einheimischen schauten alle Championsleague bei einem Glas Wasser.

Wir rafften uns wieder auf und blieben vor einem Schuhhändler stehen, wo wir nach langen Probierversuchen ein Paar Kamelleder/Berberteppich-Sandalen für M erstanden. Nach einigem Gefeilsche wurden dafür 80 Dh fällig. Anschließend zogen wir uns zuerst kurz auf das Zimmer zurück und gingen dann mit Wein auf die Dachterrasse, die allerdings äußerst groß aber komplett Menschenleer und dunkel war. Nach einigen Getränken gingen wir schließlich in das etwas kühlere Zimmer und beendeten den Tag gegen 0000.


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