🇦🇺 2017 West-Australien – Tag 2 – Sydney

Aufgrund des Jetlags machten wir uns recht zeitig auf den Weg in Richtung Newtown. Newtown ist das hippe Szeneviertel in Sydney mit vielen Bars und seltsamen Geschäften.

Wir entschieden uns gleich mal mit dem Taxi dorthin zu fahren weil der Stadtteil nicht so einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Wenn man in Sydney nicht grad mit der U-Bahn fahren kann, dann ist man schon bisschen aufgeschmissen, weil die Busse immer eine Ewigkeit brauchen und auch seltsame Strecken fahren. Von Zetland bis nach Bondi-Beach dauert es fast 2 Stunden mit einmal Umsteigen in Bondi-Junction. Die Strecke ist mit dem Fahrrad wesentlich schneller, vielleicht eine halbe Stunde. Nach Newtown ist es von Zetland noch viel näher. In Newtown war um die Uhrzeit noch rein gar nichts los. Auch glaube wir waren da schon gegen 0900.

Jemand sagte uns das die meisten Geschäfte am Montag geschlossen haben aber mich interessierte das recht wenig weil ich nicht zum Einkaufen gekommen war. Was es gab waren recht viele Gebrauchtläden und auch Plattenläden. Ein Gebrauchtladen hatte offen und wir schauten mal rein aber da gab es nichts Interessantes. Ein Gartenbedarfsladen hatte auch offen und der war richtig gut unkonventionell auf kleinstem Raum mit Hinterhof eingerichtet. In einer Sektion gab es einheimische Samen und ich nahm einige davon mit, obwohl die Preise dafür recht hoch waren. In Newtown sind noch richtig alte Gebäude von Anfang des letztens Jahrhunderts zu sehen. Teilweise sieht es da aus wie in Western mit den überdachten Gehwegen und den typischen Fassaden von den Häusern mit der Reklame darauf.

Wir begaben uns schließlich weiter in Richtung Bahnhof und damit mehr ins Zentrum von Newtown. M. suchte irgendwas in irgendwelchen Klamottenläden und ich surfte draussen im Netz. Irgendwann hatte ich Hunger und wir begaben uns in einen Sushiladen. Obwohl Essen recht teuer in Sydney ist, ist Sushi recht preiswert. Für nicht mal 10 $ bekam ich eine recht große Portion und wir setzten uns kurz in den noch recht leeren Laden weil es noch nicht ganz Mittag war. Draussen wurde es schon wieder recht warm. Wärmer noch als am Vortag. Insbesondere die Sonne war immer schrecklich, so dass man sich möglichst im Schatten bewegen musste.

Nachdem wir uns ausführlich in Newtown umgesehen hatten gingen wir wieder zurück zum Bahnhof in Newtown und fuhren zum Circular Quay, also den Anlegestellen im Zentrum. Wir wollten zum Taronga Zoo Sydney. Der Zoo ist auf der anderen Seite der Bucht und man gelangt dort mit der Fähre hin. Dann muss man entweder mit der Seilbahn hoch oder mit dem Bus. Wir entschieden uns als erstes mit dem Bus hochzufahren. Glücklicherweise war der Zoo am Montag recht leer. Das änderte allerdings nichts an den recht hohen Eintrittspreisen mit ca. 50$ pro Person. Wir wollten einen Rundgang machen und gingen als erstes in Richtung Vogelkäfig. Das ist so ein großer Käfig, ohne das man richtig sieht das es ein Käfig ist mit lauter bunten Vögeln drin. So Spektakulär war das nicht. Irgendwo kamen wir in eine Art Schlucht wo sich kleine Kängurus befanden und in einem Tümpel ein Schnabeltier.

Etwas später kamen wir zu den größeren Kägurus, wo man auch wieder durch ein Gehege durchlaufen konnte. Ein Emu durfte da natürlich auch nicht fehlen. Später in Western Australia haben wir recht oft Kängurus gesehen, meistens tot an der Strasse. Kängurus bedeuten für die Australier nicht viel und die gibts Massenweise. Ähnlich ist das mit den Emus. Allerdings ist der Zoo in Sydney wahrscheinlich eine der wenigen Gelegenheiten wir Besucher an der Ostküste überhaupt Emus und Kängurus zu sehen, weil die Wahrscheinlichkeit recht gering ist dort einen irgendwo zu sehen. In Western Australia ist das bisschen anders weil die dort auch mal durch die Stadt springen. Ähnlich verhält sich das mit dem Tasmanischen Teufel, wovon zwei Stück da waren.

Leider haben die natürlich gepennt. Genauso war das bei den Koalas die wie immer auf irgendeinem Eukalyptus pennten. Von denen hatte ich noch nie einen in freier Wildbahn gesehen. Wir hatten dann noch Reptilien, Giraffen und Affen gesehen, wobei ich das jetzt nicht so besonders fand. Allerdings ist der Ausblick vom Zoo aus recht interessant, weil der Zoo auf einem Hügel ist und gegenüber der Bucht der südliche Teil von Sydney. Irgendwann machte der Zoo auch schon wieder recht zeitig zu. Ich glaube das war schon gegen 1600 und wir nahmen diesmal die Gondel nach unten. Von dort aus hatte man rechts einen recht leeren Strand gesehen und wir schauten kurz an den Fahrplan bis wann die Fähren fuhren. Im schlimmsten Fall wäre das auch kein Problem gewesen weil es Wassertaxis gibt. Allerdings sind die bestimmt recht teuer.

Der Strand dort war “Whiting Beach” und ist recht klein, aber kaum jemand war da. Außer einem Boot und einem Typen der mit seinem Laptop im Schatten saß gab es niemanden. Zu dem Strand kommt von von der Anlegestelle über einen Pfad auf der linken Seite vom Zoo, von der Bucht aus gesehen. Draussen war es zwar warm aber das Wasser war zu der Zeit überhaupt nicht warm um da mal reinzugehen. Interessant ist aber auch die Natur die man in solchen abgelegenen Orten mitten in der Stadt hat. Es kann schon passieren das dort eine armlange Eidechse vorbeihuscht. Insbesondere der Geruch der vielen unbekannten Pflanzen ist dabei aber auch bemerkenswert. Wir hielten uns dort vielleicht eine Stunde auf und machten uns dann wieder mit der Fähre gegen 1830 auf den Weg in Richtung Circular Quay.

Anders als bei der Hinfahrt fuhren wir nicht direkt dorthin sondern über Mosman Bay, gleich neben dem Zoo-Hafen. Mosman Bay hatte ich auch noch nicht gesehen und ich bin immer wieder erstaunt über die Häuser in den Buchten und die Lebensqualität dort. Das kam einem wie in einem Fjord vor. So nah an Sydney und doch so weit weg über das Wasser. Interessanterweise sind die viele Anzugträger ausgestiegen, die wohl von der Arbeit aus der Innenstadt kamen. Im Endeffekt ist das kein schlechter Platz so zu wohnen wenn mans sich leisten kann. Paar Minuten mit der Fähre und schon ist man mitten im Zentrum der Stadt.

Allerdings kosten die Häuser dort auch einige Millionen. Zurück am Circular Quay war das vorher beschriebene andere Schiff, also die Explorer of the Seas oder die Voyager of the Seas. Mit der Bahn ging es dann auch schon wieder in Richtung Zetland, wobei diesmal die Bahn versagte. Das heisst es kam ewig kein Zug und wir beschlossen irgendwann auf der anderen Seite in Richtung Stadthalle und dann weiter in Richtung Hauptbahnhof zu fahren.

Am Hauptbahnhof waren auch schon wieder eine Menge Menschen auf dem Bahnsteig, aber der Zug kam dann auch irgendwann. Zum Glück hatten wir nur eine Station aber das gab uns ein gutes Gefühl was passiert wenn da mal der Verkehr zusammenbricht mit dem schlecht ausgebauten ÖPNV. Momentan werden ja einige Linien neu gebaut. Sydney hat in den letzten Jahren seit den Olympischen Sommerspielen im Jahr 2008 immerhin eine Million Einwohner dazugewonnen. Vom Green Square ging es dann wie immer zu Fuß in Richtung Meriton, vorbei am Coles um uns noch mit Essen, Wein und Bier einzudecken.


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