🇲🇦 2015 Marokko – Tag 8 – Tafraoute / Ouarzazate

Durch die Klima war es äußerst angenehm gewesen in der Nacht. Im Gegensatz zum Meer war es in Tafraout wieder wesentlich wärmer gewesen. Allerdings war das auch kein Vergleich zu den 43 Grad in Marrakesch. Irgendwie hatten wir die ganze Zeit mit Temperaturveränderungen zu tun. In Marrakesch und Taroudant noch über 40 Grad und am Meer Abends gefühlte 10 Grad. Das waren vielleicht sogar 15 Grad. Irgendwann begann der Strom wie angekündigt Probleme zu machen.

Wir hatten das schon vergessen. In recht kurzen Abständen war er da und ging wieder. Das führte dazu das mein Akkuladegerät für die E-Zigaretten den Geist aufgab. Hier standen wir vor einem ziemlichen Süchtigkeitsproblem, da daran niemand gedacht hatte. Ich hatte zwar auch einen AC/DC-Wandler dabei, aber irgendwie funktionierte der Zigarettenanzünder nicht. So ein dämliches Auto. Zum Glück hatte meine E-Zigarette die Möglichkeit per USB aufgeladen werden zu können. Das Auto hatte auch einen USB-Anschluss der tatsächlich funktionierte. Wir wollten das damit überbrücken und in Ouarzazate nach einem Ladegerät fragen. Irgendwie war niemand weiter da und wir hauten einfach ab. Ich hatte vorher schon nach einer Strasse nach Ouarzazate nachgesehen, die unweit von Tafraout nach Norden gehen sollte.

Leider hatte mein Navi die Karte nicht so richtig drin. Außerdem waren da alle Ortsnamen auf arabisch. An der Stelle wo ich die Kreuzung vermutete waren Polizisten. Ich schaute irritiert und dachte das es hier nach rechts gehen müsste. Schließlich fuhr ich doch geradaus weiter, was ein riesengroßer Fehler sein sollte. Die Straße ging nach Agadir und war ein riesiger Umweg. Ich weiß nicht warum ich nicht einfach umgekehrt bin. Wir hatten alle Zeit der Welt. Irgendwie schien das doch zu lang alles um umzukehren. Es wäre auch im Nachhinein viel besser gewessen an der Grenze zu Algerien zu fahren. Landschaftlich war das schon recht toll. Wir hatten nicht gefrühstückt und wollten das unterwegs machen. Allerdings gab es erstmal nichts. Gegen 0900 -1000 kamen wir in die erste Baustelle.

Eigentlich war das nicht die erste Baustelle sondern die einzige auf einer Strecke von 60 km bis zum Ende des Antiatlas in Richtung Agadir. Grober Schotter, Baumaschinen, drängelnde Fahrzeuge, entgegenkommende Fahrzeuge. Die gante Zeit musste man aufpassen das man nicht irgendwo abrutscht oder Steine gegen das Auto bekommt. Ich glaube die Steine haben das Auto unten auch gut behandelt während der ganzen Zeit. Jedenfalls war das alles andere als eine entspannende Fahrt. Ich bereue es noch heute nicht an Algerien hochgefahren zu sein. Wir hatten auch keine Möglichkeit anzuhalten. Die Strecke zog sich dann über 2h hin. Es gab kein Stau, aber man kam einfach nicht schnell genug voran. Ich dachte schon das wir das nie schaffen würden bis Ouarzazate und überlegte schon Alternativen.

Irgendwann hatten wir es dann geschafft und kamm aus dem Antiatlas heraus auf immer mehr grünere Gegend. Alles war wieder mehr bebaut und gar nicht mehr so schön anzusehen. Bei Agadir ging es dann schließlich nach Osten, wobei die Strasse einer Autobahn glich. Allerdings gingen die Menschen trotzdem einfach so über die Strasse. Das war ein etwas ungewohnter Anblick. In irgendeinem Kaff versuchten wir was zu essen zu bekommen. Ich bekam irgendwas mit Ei im Brot. Wir fuhren weiter bis die Strasse wieder einspurig wurde nach einiger Zeit sahen wir an der rechten Seite ein Restaurant. Man erkennt die Dinger eingentlich nie so richtig. Einzig an den Plastikstühlen und wenn man Tajine will an den ausgestellten Tajines oder an einer Tajine die irgendwo beim Restaurant rumsteht.

Wir waren die einzigen Gäste aber der Wirt hatte einige Tajines am Köcheln. Der Wirt wollte uns die Terrasse zeigen um dort zu essen wahrscheinlich. Ich verstand das nicht so richtig oder hatte keine Lust da rauf zu gehen, sondern blieb gleich neben dem Eingang sitzen. M. ging hoch und machte einige Bilder von der Gegend. Alles grün mit Orangenbäumen. Wir waren mitten in einer Orangenplantage. Das konnte man von unten gar nicht sehen. Direkt an der Strasse war es viel interessanter zu sehen was da so alles vorbeifuhr. Wir fuhren schließlich weiter. Irgendwann wurde die Gegend wieder besser, das heißt mehr Wüste. Wir mussten diesmal wieder über den Atlas. Als wir schon in der bergigen Gegend waren machten wir einen Sender mit landestypischer Musik an. Ich kann man ich eigentlich nur an ein Lied erinnern und das ging geschätzte 30 min und klang in etwa nach Ziegenlärm.

In einem Kaff in den Bergen machten wir halt wegen Safran. Ich weiß gar nicht mehr wie wir dazu gekommen waren, aber wir waren in einem Haus, das oben eine Art Laden hatte. Der Besitzer zeigte uns seine ganzen Fotos von Kunden und bewarb sein Produkt. Die Gegend ist bekannt für seinen Safran, das wusste ich irgendwoher. Der Mensch bot uns Safrantee an, der für mich irgendwie nach nichts weiter schmeckte. m kaufte aber einige Gramm von dem Material. Später stellte sich heraus das das gar nicht so schlecht war und tatsächlich ein deutlicher Geschmack entsteht. Der Safran war auch noch 10 mal billiger als in DE. In dem Laden war auch irgendeine deutsche Tourigruppe die mit dem Bus unterwegs waren. nach dem passieren der höchsten Stelle des Atlaspasses wurde es wieder Wüste. Man konnte endlos weit sehen, insbesondere wenn man von einer Erhöhung in eine weite Ebene kommt. Alles trocken und mittendrin ein Kaff.

Wir mussten immer wieder mal Anhalten um die Landschaft zu besehen. In Europa hat man ja eigentlich das gleiche, nur ist alles grün. Dadurch kann man nicht soweit blicken. An einem Pass war eine Bude mit lauter Mineralienkram. Wir hielten eigentlich wegen dem tollen Ausblick, aber wir schauten doch mal rein. Fossilien aller Art und halt Mineralien. Die Gegend ist auch bekannt für die Fossilienfunde. Zahlreiche Trilobiten wurden nur in Marokko gefunden. Genauso wie Meteoriten, die man recht einfach in der Wüste finden kann wenn die wüste sich hell von dem dunklen Stein abhebt. Allerdings sind die unbezahlbar. Dadurch das das Uralte Meer und dessen Ablegerungen im Atlas angehoben wurden und kaum Vegetation vorhanden ist, lassen sich Fossilien relativ einfach finden. Später weiter nach Norden sollten wir immer mehr solche Fossilienbuden antreffen.

Wir fuhren weiter und kamen bald an den Draa. Der Fluss der einen riesigen Bogen durch die Sahara macht und dort wenn überhaupt nur unterirdisch geht reicht bis unterhalb von Sidi Ifni in den Antlantik. Das kann man auf den Satellitenbildern ganz gut erkennen. Wahrscheinlich gelangt er aber nur bei wirklichem Hochwasser bis dahin. Der Fluss bildet einen starken Kontrast mit der Wüste, da der so ziemlich die einzige Wasserquelle darstellt. Wir fuhren der Draa im selbigen Tal bis runter nach Mhamid, wo nur Staub zu erkennen ist. Nach kurzer Zeit gelangten wir in Ouarzazate an. Nach kurzer Zeit kannte ich mich auch wieder aus und wusste wo wir waren. So groß ist die Stadt nicht, auch wenn es erst so scheint. Eigentlich gibt es nur wenige Strassen. Wir fuhren am Royal vorbei in die Neustadt über den Draa.

Alles sah noch so aus wie 2011, ausser die Brücke, die renoviert wurde. Vielleicht wurde die auch einfach mal weggespült. Direkt hinter nach der Überquerung des Flusses am Eingang der Neustadt fanden wir das Hotel Royal. Erst sah es nicht sehr ansprechend aus, aber Innen war es schon besser. Das Ding hatte sogar einen Pool. Das Zimmer war nicht so nett gemacht wie das von letzter Nacht und recht spartanisch. Allerdings hatte es auch alles was wir benötigten. Strom, warmes Wasser, Klima und Licht. Wir bezahlten auch nur 180 Dh, was schon in Ordnung ist für zwei Person. 9€ für eine Person ist absolut fair.

Wir gingen an die Ecke der Neustadt und suchten einen Elektroshop. Es gab auch zwei, die beide keine Ladegeräte für 18650 LiBs hatten. Ich wollte noch ein Kaltgerätekabel mitnehmen, weil ich auch dachte, das es das Kabel sein könnte. Probieren kann man das ja mal. Ich wollte das schon kaufen, als M meinte ob ich nicht vielleicht erst das Ladegerät holen wollte um das auszuprobieren. Da braucht man nicht umsonst das Kabel nehmen. Da hatte sie natürlich recht und ich hab zu Hause Unmengen an Kaltgerätekabeln. Wir probierten das Gerät aus, was aber trotzdem nicht funktionierte. Wir schmissen das Ding also irgendwo weg. Wir suchten uns noch irgendwo was zu essen an der Ecke.

Irgendwie war das Essen sonderbar, aber auch nicht schlecht. Das müsste irgend ein Kebab gewesen sein. Vor der Bude stand auch eine recht frequentierte Eismaschine. Danach setzten wir uns mit Bier und Wein an den Pool. Ich war schon kurz davor reinzuspringen, aber dann doch zu Faul.


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