🇲🇦 2015 Marokko – Tag 7 – Legzira (Sidi Ifni) / Tafraoute

Wir wollten zeitig los, da wir noch ein gutes Stück Weg vor uns hatten. Es wurde immer feuchter in Klammottens Klamm. Die Strecke sollte über Tiznit nach Tafrout gehen. Wir fuhren wieder an Mirleft vorbei, wobei dort rein gar nichts zu sehen war. Keine Ahnung was dort los sein soll. nach Mirleft ging es wieder mehr ins Landesinnere. Dabei hatten sich diese seltsamen riesigen Insekten entschlossen eine Völkerwanderung zu machen.

Auf der Strecke von Mirleft nach Sidi Ifni waren tausende von diesen Zigarettenschatelgroßen Tieren auf der Straße unterwegs. Die krochen langsam von links nach rechts über die Straße. Ich versuchte denen auszuweichen. Das gelang auch recht gut, allerdings tauchten manchmal so viele auf einer Stelle auf so dass ich da einfach nicht mehr ausweichen konnte und voll durch musste. Seltsame Tiere. Wir machten kurz halt und konnten wieder eines aus der Nähe fotografieren. Besonders schnell scheinen die nicht zu sein. Ich hab auch später im Netz recherchiert und nicht rausfinden können was das für seltsame Tiere waren. Etwas Abwechslung zu den ganzen Insekten bot eine Schildkröte auf der Strasse.

Wir hielten an und halfen dem Tier über die Strasse. Nicht das sich noch jemand die Stoßstange daran zertrümmert. In Tiznit machten wir kurz an einer Tanke halt um Aufzutanken. Landschaftlich wurde es erst wieder interessant als wir nach einiger Zeit in den Antiatlas kamen. Zuerst noch in kleinen idyllischen Tälern ging es immer höher auf einen Pass. Weiter unten gab es schon die typischen Mandelbäume die später über all sein sollten. Die Strecke war nahezu frei von Autos. Ein unglaubliches Fahren was man sonst nirgends auf der Welt hat, soweit ich das einschätzen kann. Vor Tafraout kammen wir wieder in eine Polizeikontrolle die aber nichts auszusetzen hatte. Wir hatten uns schon Gedanken gemacht ob die uns abzocken wollen.

In Tafraoute mussten wir uns erstmal orientieren und versuchen ein Hotel zu finden. Wir fragten am nobelsten Hotel der Stadt nach, das etwas oberhalb gelegen ist und wo sich immer die Touris aufhalten. Das war auch diesmal der Fall. Die wollten nach Verhandlungen 500 Dh haben, was wir schließlich erstmal ablehnten. Wir wollten uns erstmal bisschen umschauen was es sonst noch gibt. Direkt an der Kreuzung zum anderen Hotel war ein anderes. Das Hotel hatte unten ein Cafe drin und sah etwas verwaist aus, ansonsten aber sehr gepflegt mit viel Liebe zu Details. Das Zimmer sollte auch nur um die 200 Dh kosten mit Klima. Der Rezeptionsmensch meinte noch das es Tagsüber keinen Strom gibt. Das interessierte uns aber nicht weiter weil wir den Tag dort nicht zubringen wollten.

Es war erst kurz nach Mittag und wir waren sehr schnell vorangekommen. Wir setzten uns in ein Restaurant in dem auch einige Touris saßen. Da saß einer mit einer Mütze mit der Aufschrift “Mirleft – Never left”. Keine Ahnung was das bedeuten soll. Irgendwie muss dort was nicht so offensichtliches Abgehen. Nach kurzem Studium der Karte hatten wir uns entschlossen. M hatte im Planeten was von einer typischen Marokkanischen Suppe gelesen die es überall geben soll und die sie probieren wollte. Die hatten sie obwohl auf der Karte stehend nicht. Mein Essen gabs irgendwie auch nicht. Also zogen wir wieder irgendwie wütend weg. Wir wollten woanders hin in der Stadt, wobei uns ein Typ auf dem Moped folgte und ständig auf irgendein Restaurant verwies.

Wir hatten keine Lust auf solche Aktionen und versucht von dem Abzuhauen und nicht in eines davon reinzugehen. Der Typ bekommt ne Provision und wir überteuertes Essen. Etwas außerhalb war ein Restaurant in dem es nichts zu Essen gab. Also wieder zurück. Im Zentrum war ein recht ansehnliches Hotel mit Pool im Innenhof. Irgendwie schien es als würde sich dort das ganze Leben der Stadt abspielen. Alles war voller Leute und wir bekamen noch grad so einen Platz etwas außerhalb an einem Baum. Für mich gabs bestimmt wieder Tajine.

Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Also war es weder gut noch schlecht. Wir fragten noch an der Rezeption nach Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Man gab uns den Tipp in ein Tal zu fahren. Wir hatten keine Lust auf blau angemahlte Felsen, also erschien das ganz gut. Ich weiß leider gar nicht mehr wo das genau lang ging. Ich hab das grad versucht auf Google Maps zu rekonstruieren, was aber nicht klappte. Irgendwie ging das südlich aus Tafraout raus und dann gleich die nächste Strasse links in die Berge und immer geradeaus im großen Bogen um dann wieder von Süden auf der gleichen Strasse nach Tafraout zurück zu gelangen.

Zu Beginn war die Strecke mittelmäßig. Später gab es nur noch ein zwei Dörfer die alle durchweg vollkommen verfallen aussahen. Also so mit klassischen verfallenen Lehmbauten. Eine ehemals etwas wohlhabenere Stadt oder Dorf war klassisch in die Landschaft platziert, allerdings äußerst zerfallen. Es sah auch nicht so aus als wenn dort viele wohnen würden. Ein extremer Unterschied zwischen Tafraoute und dem nur eine halbe Stunde entfernten Dorf. Später ging die Straße in Serpentinen in ein enges Tal hinunter. Vorher war eigentlich alles so ziemlich Wüste gewesen. In das Tal hinunter führte auch ein kleiner Bach. Im Tal angekommen war plötzlich eine Oase wie aus dem Bilderbuch, nur halt in einer engen Schlucht.

Es gab auch einige wenige Häuser, die an die Feslwände geklebt waren und die man durch die Menge an Dattelpalmen nicht richtig sehen konnte. Der kleine Bach war an einer Stelle etwas aufgestaut, so dass sich ein kleiner Teich mit klarem Wasser gebildet hatte. Einige Einheimische planschten da drin. Wir hielten einfach auf der Strasse am Rand, wo auch schon zwei andere Autos standen. Die ganze Zeit wo wir dort waren kam sowieso niemand mit dem Auto vorbei. Wir schauten etwas durch den Palmenhain und am Teich und fuhren weiter. An einigen Stellen musste es vorher Hochwassergegeben haben, da Unmengen von Palmengestrüpp verteilt auf und neben der Strasse lag.

Das Tal zog sich einige Zeit hin und war sehr Abwechslungsreich. Einige Serpentinen führten schließlich wieder aus dem Tal heraus auf einen Pass und wieder herunter in weite Wüste. Das musste so ziemlich am östlichsten Rand des Antiatlas gewesen sein. Wir kamen auf die Hauptstrasse und fuhren wieder nach Süden. Weiter Östlich waren auf meinem Navi schon gar keine Strassen mehr zu sehen. Insgesamt war diese Strecke auch äußerst interessant anzusehen, zumal wir wieder die Einzigen unterwegs waren. Die Strecke führt ganz im Osten von Tiznit um den Antiatlas herum nach Norden in Richtung Ouarzazate durch Wüstengegend.

Eigentlich hatte ich fast geplant genau diese Strecke von Legzira aus zu fahren und den Antiatlas zu umgehen. Das erschien mir aber damals zu weit. An einer Stelle wo ich dieses eine Schwarzweißfoto gemacht hatte, fuhren wir wieder nach Westen in den Antiatlas rein nach Tafraoute. Hier beschloss ich schon in Gedanken zu schauen, ob es eine Möglichkeit gibt auf dieser Strasse nach Norden zu fahren. Wieder ging es Strassen hoch und runter, obwohl es nur 30 km waren. Die Landschaft und die Strecke war äußerst Sehenswert.

In Tafraout angekommen gingen wir aufs Zimmer und schalteten die Klima an. Unten hatten sich auch schon einige versammelt um irgendwie Tee zu trinken. Wir begaben uns mit Wein und Bier in getarnten Behältnissen auf eine höhere Terrasse und beendeten den Tag.


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