🇲🇦 2015 Marokko – Tag 6 – Legzira (Sidi Ifni)

Früh war es feucht und kalt. Alles war Klamm, so das ich ständig meine neue Bezeichnung für den Ort vor mich hin murmelte: Klammottens Klamm. Es war höchste Zeit von hier aufzubrechen, obwohl es sicher nicht schlecht ist. Allerdings gibts noch mehr und andere Dinge zu sehen. Diesen Tag blieben wir aber noch hier.

Früh war neben den 100 % Luftfeuchtigkeit auch noch Nebel und etwas Kälte. Wir hatten ja zum Beispiel auch keine Heizung im Zimmer. Am Strand neben unserem Hotel hatte der Imbiss einen Pavillion aufgebaut in dem wir was Frühstücken wollten. Zum Glück waren keine weiteren Menschen da. Außer einigen wenigen Fischern und gab es sonst nur eine Menschen aus den Hotels. Zusammen aßen wir Omlette Frommage, Brot, Erdnusscreme, Marmelade und einige Milchkaffee. Heute wollten wir in der Bucht chillen gingen deshalb erstmal nur am Strand entlang um uns etwas aufzuwärmen. Diesmal waren die Wellen höher als den Tag zuvor, aber durch die Ebbe war das Meer recht weit draussen.

Wir legten uns kurz an den Strand, obwohl mir das überhaupt keine Freude macht. Nach 5 Minuten begann ich mich deshalb schon für das angeschwemmte Strandgut zu interessieren. Dort wo die Wellen von der Flut aufgehört hatten war ein Rand wie man ihn auch sonst so am Meer findet mit Muscheln und allen möglichen anderem Schwemmgut. Hier war alles bunt von Plastikteilchen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber wenn man den Strand entlang sah konnte man deutlich sehen wie bunt der ganze Schwemmrand war. Die Plastikteilchen waren meisten ca. 5 mm² groß und in allen Farben, die auch noch recht kräftig waren. Ich konnte mir das überhaupt nicht erklären wo das herkommen sollte. Ein gelungenes Foto zeigt auch einen Spritzenrest.

Auf den Bildern erkennt man auch gut wie bunt das ist. Die Größe der Teile ließ darauf schließen das die schon eine Weile unterwegs waren. Allerdings nimmt die Farbe sehr stark mit der Zeit ab wenn die immer dem Sonnenlicht an der Wasseroberfläche ausgesetzt sind. eigentlich müssten die blass sein wenn sie von weit draussen kamen. In der Höhe sollte die Strömung von West nach Ost gehen, da wir noch nicht unterhalb des Äquators waren. Außerdem von Süd nach Nord. Wahrscheinlich stammten die Plastikpartikel also von einer Müllkippe weiter im Süden, wo sie schön zerkleinert weiter im Norden an den Strand gespült werden. Bei meinem ersten Besuch 2011 hatte ich das eindeutig nicht gesehen. Das bedeutete gleichzeitig das eine ungeheure Menge davon im Meer sein musste, wenn die Wellen schon so viel an Land brachten.

In einer Ecke sah das dann auch noch viel bunter aus, weil dort nicht so viele Menschen lang gehen und das im Sand begraben. Durch die Sonne wurde es auch schnell wieder wärmer. Mittlerweile war auch eine Schulklasse oder sowas eingetroffen zum Tagesausflug am Strand. Ich zog mich auf die Terasse zurück wo ich unter einem Sonnenschirm Reisebericht schreiben wollte. Von der Terrasse aus war die Aussicht einfach unglaublich, zumal sonst niemand da war. Zum Mittag fuhren wir wieder nach Sidi Ifni zum Markt in das eine schäbigere Restaurant. In dem etwas nobleren daneben war auch immer einige Touris, wobei ich mich fragte wo die herkamen. Ich bestellte wieder eine Fischtajine, M. wahrscheinlich diesmal auch. Dazu gabs den üblichen Salat und Tee.

Irgendwann kam ein Typ aus dem nichts und fragte mich irgendwas. Ich hab den natürlich nicht verstanden. Also schnappte der sich kurzerhand meine Essensreste mit der Hand und rannte weg. Hätte ich ihn verstanden hätte ich ihm wahrscheinlich sogar Geld dazu gegeben. Was muss man schon arm sein um einem im Restaurant nach den Essensresten zu fragen. Wir gingen noch in aller Ruhe durch diesen kleinen versteckten Markt und anschließend auf den Markt am Flugfeld. Dort gab es vor allem Obst, Gemüse und Nüsse. Wir holten recht preiswert Kiloweise Bananen, Orangen und noch einiges andere. Anschließend fuhren wir wieder zurück nach Legzira, wo ich nun endlich in aller Ruhe unter meinem Schirm mit Tee sitzen wollte. M ging derzeit ins Wasser, wo auch einige andere waren. Irgendwann ging ich nun doch auch dorthin und begab ich in die Fluten.

Erst noch etwas schüchtern, später mich waghalsiger in die riesen Wogen werfend, war der Spass dann schnell vorbei als ich meine Brille verlor. Ein kurzes Suchen brachte überhaupt nichts, da das Meer einfach viel zu mächtig war. Zum Glück hatte ich noch meine Sonnenbrille dabei, woran ich in den ersten Momenten gar nicht gedacht hatte. Das sollte später noch ganz interessant werden im Auto und im Dunkeln. Wir gingen wieder etwas am Strand entlang. Diesmal zur nahegelegenen rechten Seite. Dort sind Felsen und man kommt dort bei Flut nicht entlang. Dadurch das die Flut grad langsam einsetzte konnte man mit bisschen Klettern auf die Felsen bis ganz weit in Meer. Ich hatte dort im Laufe des Tages einige Wagemutige ins Meer springen sehen.

Bei den Felsen war auch ein kleines Plateau. Auf der anderen Seite konnte man auch wieder runter und um die Ecke ergab sich wieder eine neue Bucht, die aber etwas kleiner war. Allerdings war die in nahezu völliger Einsamkeit. Wir glotzten dort noch ein etwas rum, da der Strand dort so interessant aussah. Weicher feuchter Sand oder felsige Flächen mit allerhand Tieren, Flüsschen, Seen. Irgendwann als es schon langsam dunkel wurde mussten wir wieder zurück über die Felsen. Das war der einzige Weg. Das Meer kam auch schon recht nahe, aber wir schafften das Problemlos mit trockenem Fuße.

Anschließend gingen wir wieder auf die Terrasse vor unserem Zimmer um was zu Essen. Ich kam auf die glorreiche Idee bei Hotelmenschen nach einer Kerze zu fragen. Der gab mir statt der Kerze einen Kerzenleuchter, was noch viel besser war. Sobald die Sonne weg war wurde es wieder schnell kalt. Leider gab es auch diesmal wieder keinen richtigen Sonnenuntergang, da wieder Nebel aufkam.


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