🇲🇦 2015 Marokko – Tag 5 – Legzira (Sidi Ifni)

Wir erwachten wieder recht zeitig zwischen 0700 – 0800. Auch Nachts gab es nicht wieder dieses Beben von den Wellen. Die Wellen reichten aber nicht bis an das Haus, was man an den Spuren im Sand erkennen konnte. Wahrscheinlich war der Seegang damals einfach etwas heftiger. Der Morgen war extrem nebelig, feucht und kalt direkt am Meer nur wenige Meter vom Wasser entfernt.

Wir starteten gleich mit dem Auto nach Sidi Ifni und suchten uns ein Restaurant gleich gegenüber des alten Flughafens. Bei mir gabs wie immer Omlette Frommage und Cafe au Lait. Das Auto konnten wir ganz komfortabel um die Ecke parken. Neben uns saß einer der Brot und Öl zum Frühstück aß. Das ist wahrscheinlich das ursprüngliche einheimische Frühstück. Wir gingen noch kurz durch die kleine Stadt an die Mauern und bestellten in einem Restaurant noch mal das Gleiche. Vorher versuchten uns noch zwei anzuquatschen. Erst Anschleichen, dann Hallo und woher kommen, dann versuchten Hand zu geben und einen irgendwie Einzuwickeln. Das kenne ich schon und hab das mit purer Ignoranz abgewickelt. Dieses ständige Angequatsche und Händegedrücke geht gar nicht. Das hat nichts mit meiner Unhöflichkeit zu tun, sondern mit deren die mir versuchen wollen was zu verkaufen.

Ich weiß was ich will und besonders diese aggressive Art von Werbung kann ich nicht leiden. Das Omlette kostete diesmal 12 Dh und der Kaffee 10 Dh. Beim Thema Omlette muß ich gleich noch einen Exkurs machen, weil ich das jeden Morgen aß. Beim Omlette Frommage habe ich sechs unterschiedliche Variationen kennengelernt. 1. Omlette und ein oder zwei Stück eingepackter Schmelzkäse separat. 2. Omlette und ein oder zwei Stück Schmelskäse in des Omlette gelegt. 3. Omlette mit Schmelzkäsestücken. 4. Kein Omlette, sondern ein Spiegelei mit allen drei vorangegangenen Variationen. Das sind aber nur die hauptsächlichen Variationen. Es gibt noch welche mit oder ohne Kreuzkümmel, Besteck oder Salz. Manche fragen auch wieviele Eier es sein sollen, oder die Anzahl unterscheidet sich einfach.

Typischerweise kostete Omlette Frommage zwischen 12 – 16 Dh und beinhaltet auch immer Brot. Ab und zu werden auch Oliven dazu gereicht. Das teuerste Omlette gab es mit 20 Dh kurz vor der Dadesschlucht. Nach dem Kaffee gingen wir nach einer weiteren kleinen Runde durch die Stadt zurück zum Auto um weiter in südlicher Richtung zu fahren. Die im Planet angegebene Karte stimmte so nicht ganz, da wir mit der Straße die in Meeresnähe am ehemaligen Flughafen vorbeiführt nur zum Hafen kamen. Am Hafen wurden Riesengroße Wellenbrecher produziert. Im Nebel konnte man auch eine Art Brücke erkennen über die Autos fuhren. Wahrscheinlich lag der eigentliche Hafen weiter im Meer im Nebel. Allerdings sah man rein gar nichts außer eine Wache am Beginn der Brücke so dass wir nicht weiterfuhren.

Der Hafen war zu spanischer Besatzungszeit wichtig für die dortige Fischereiflotte. Wir fuhren wieder in Richtung der Stadt und an der anderen Seite des Flughafens entlang um nach Süden zu gelangen.Nach einiger Zeit machten wir halt um an einem Berg etwas spazieren zu gehen. Verkehr gab es dort so gut wie gar nicht. Auf der zum Meer zugewandten Seite gab es ein karges Feld mit vielleicht Gerste auf dem ein Esel rumstand und ab und zu einen Ton von sich gab. Sonst war niemand weit und breit zu sehen. Der Esel rührte sich seltsamerweise die ganze Zeit überhaupt nicht und stand nur blöd rum. Eigentlich hätte er abhauen können, was aber auch nicht einen Millimeter tat. Wir gingen bergauf durch immer dichter werdendes Dickicht aus Kakteen, dornigem Gestrüpp und Wolfsmilchgewächsen.

Nach einer Weile war uns das dann zu anstrengend da alles zu dicht bewachsen war und kaum ein Durchkommen möglich war. Die Kakteen standen nicht sinnlos in der Gegend rum. Man konnte deutlich erkennen, das jede einzelne Frucht des letzten Jahres abgeerntet war und kaum welche zu finden waren. Da müssen wirklich Leute durchgehen und die Ernten. Als wir wieder zurückgingen entdeckten wir ein seltsames Insekt, dass ich Netz so nicht finden konnte. Es hatte sechs Beine, keine Flügel und war ungefähr groß wie eine Zigarettenschachtel. Im ersten Moment bekamen wir einen Schreck wegen dieses riesigen Insektes. Am nächsten Tag gab es davon hunderte auf der Strecke zwischen Legzira und Tiznit, die über die Strasse liefen und oft überfahren wurden. Ich hätte zu gern gewusst was das für ein Tier ist.

Anschließend fuhren wie die Strasse weiter nach Süden bis es nicht mehr weiter ging. Ich weiß nicht mehr wie lange wir gefahren sind, jedenfalls wurde die Landschaft im karger. Dörfer gab es eigentlich keine mehr. Die Straße endete auf einer großen Brücke die mal überspült worden war. Auf der anderen Seite gab es nur noch bösartige Piste, bei der man nicht wusste wie lange die noch gehen würde. Neben der Brücke gab es noch einen Wegweiser zu einem Restaurant an einem Strand, das jedenfalls noch weit weg sein musste. Auch zu diesem Restaurant im Nirgendwo führte eine einspurige Piste am Hang entlang die sehr abenteuerlich aussah aber in der Zeit in der wir dort waren von drei Autos benutzt wurde. Anscheinend war des ein recht besonderes Restaurant, da dies irgendwie wie am Ende der Welt erschien und die wenigen Autos dorthin fuhren.

Ich spielte kurz mit dem Gedanken auch dahin zu fahren, was aber durch die fürchterliche Piste viel zu riskant erschien. Ich hätte mir auch nicht ausmalen wollen, was passiert wäre wenn ein Auto entgegengekommen wäre und ich rückwärts gemusst hätte. Wir gingen noch etwas im Wadi spazieren und fuhren die Straße wieder zurück. Mittlerweile hatten wir Hunger bekommen und gingen im Markt von Sidi Ifni in einer Bude was Essen. Wir entschieden uns für die schäbigste Bude, die direkt gegenüber vom Eingang lag. Interessanterweise gab es recht viele Touris vor Ort. M. suchte sich ein paar gegrillte Fische aus, die gegenüber an einer Bude gegrillt wurden. Die Fische waren so eine Art Sprotten.

Ich suchte mir eine Tajine mit Fisch aus. Dazu gab es marokkanischen Salat und wie üblich Tee. Meine Fischtajine war ganz hervorragend, allerdings weiß ich nicht was für ein Fisch das war. Die Sprotten müssen auch ganz gut geschmeckt haben, ich habe davon aber nicht probiert. Insgesamt hatte das dann irgendwas um die 70 Dh gekostet. Wir fuhren wieder zurück nach Legzira nachdem wir noch Fladenbrot, Mortadella und Schmelzkäse gekauft hatten. Die Mortadella hatte ich da zum ersten Mal gekauft und sollte uns die ganze weitere Reise als einzige Wurst begleiten. Das ist ein seltsames Zeug gewesen.

Man braucht es nicht zu kühlen und ist auch an jedem Späti in der Wüste erhältlich. Sie wird niemals schlecht, sie trocknet nur aus. Und dass so schnell das man dabei fast schon zusehen kann. Die Wurst gab es als Klassik, Scharf mit Paprika, mit Oliven und mit Käse. Irgendwie schmeckte sie immer gleich nach Pappe, war aber eine Abwechslung zum ständigen Fladenbrot mit Käse oder Früchten. Was anderes gab es nicht für unterwegs als Stulle es sei denn aus den seltenen Supermärkten.

In Legzira gingen wir noch mal lange am Strand umherlaufen und anschließend auf die Terrasse zum Essen und nach Sonnenuntergang, nach dem es wieder recht kalt wurde und das Meer näherkam ins Bett.


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