🇲🇦 2015 Marokko – Tag 11 – Merzouga

Als ich fertig war mit der Morgentoilette war schon das Essen im großen und mit Sesseln und Sofas bequem ausgestatteten Aufenthaltsraum aufgetischt. Es gab Marmelade und für mich natürlich Omlette Frommage. Soweit ich mich erinnern kann war das diesmal eine Variante wo der Dreieckskäse extra mitgeliefert wurde. Natürlich gab es auch Kaffee mit dazu, was insgesamt ein äußerst entspannter Morgen bedeutete. Im Raum war es auch recht Kühl und ich bewunderte wieder die Effektivität der klassischen Lehmarchitektur.

Nach dem Essen beschlossen wir wieder die Düne zu besteigen. Wir machten uns also Fertig, was bedeutete, dass ich mir ein T-Shirt vor den Mund zog und noch die Kapuzenjacke über den Kopf. M. nahm einen Hut und eine Schwimmbrille. Das ganze sah vielleicht etwas seltsam aus, war aber äußerst sinnvoll mit dem ganzen Sand der da rumgeweht wurde. Zum Glück waren wir direkt an dem ganzen Sandmeer nahezu direkt dran so dass wir nicht weit laufen mussten. Wir kamen wieder an dem Brunnen vorbei und mittlerweile war es wieder schön warm geworden. Es wurde immer sandiger und die zu überwindenden Dünen wurden immer höher. So eine große Düne und vielleicht generell im Sand sieht alles recht klein und nah aus. Dabei ist alles recht weit weg und vor allem auch hoch.

Es bietet sich an immer auf der Windseite der Dünen zu laufen, da an der anderen Seite der Sand viel zu weich ist zum Laufen. Auf der Windseite ist der manchmal richtig hart. Als es immer steiler wurde kamen wir nicht herum immer mehr im Sand zu wühlen. Das letzte Stück war auch richtig steil, so dass wir nur auf allen Vieren vorankamen. Auf dem Gipfel der höchsten Düne war unglaublich viel Sand in Bewegung. Die ganze Zeit war ein kontinuierlich Sandwind, der den Sand in alle Ritzen von Allem beförderte. Wir hatten unsere Nikon Spiegelreflex mit dabei und konnten noch Wochen später das Objektiv nur mit Schleifgeräuschen bewegen. Die Aussicht war aber auf jeden Fall spektakulär. Von hier konnten wir sehen wie weit und hoch wir eigentlich waren. Das ist auch mal ein ganz anderes Gefühl an einer Art Klippe zu sitzen, mit der Gewissheit das man nur weichen Sand vor sich hat.

Aus Richtung Hotel wo wir herkamen konnte man das ganze weitere bebaute Gebiet betrachten. Alles war eine Art schwarze Hammada und nur spärliche Bebauung war zu erkennen. Von da oben konnte man auch erkennen, dass ein Art dickes Rohr aus den Dünen zum Brunnen ging wo regelmäßige Öffnungen angebracht waren. Über sowas hatte ich schon mal gelesen, aber mir war unerklärlich warum das gerade aus den Sanddünen kam. Bei dem Ding kann es sich nur um einen Qanat (https://en.wikipedia.org/wiki/Qanat) gehandelt haben, der den Brunnen aus den Dünen mit Wasser versorgt. Als wir später zurückgingen haben wir auch Plastikrohre aus den Dünen kommend gesehen. In die andere Richtung war eine ordentliche Menge an Sand zu sehen. Das ganze ging ca. 10 – 20 km weiter und am Ende konnte man schon wieder normale Berge sehen. Auf dem Satellietenbild sieht man auch das es sich um einen großen Sandkasten handelt. man würde es also leicht dort raus schaffen wenn man da strandet.

Allerdings darf man nicht vergessen wie anstrengend das Laufen im Sand ist. In einer Entfernung sahen wir unten auch zwei Jeeps durch den Sand fahren. Ich fand das etwas gewagt. Nicht wegen dem Einsanden, sondern eher wegen eventuellem Umkippen. Der Weg zu der Düne hatte schließlich ca. 30 min bis eine Stunde gedauert. Nach einiger Zeit in dem Sandsturm mit dem tollen Ausblick gingen wir wieder zurück zum Hotel. Mittlerweile war es Mittag geworden. Wir hatten schon vorher beschlossen heute nicht mehr weiter zu fahren, sondern etwas zu Chillen. Im Hotel angekommen bestellten wir eine Tajine, da wir hier in der Nähe sowieso nichts weiter hatten und die Stadt etwas zu weit weg war. Das Ganze kostete für zwei Personen vielleicht um die 120 Dh, also ca. 12€. Wir wurden noch gefragt wo wir Essen wollten und entschieden uns für den Platz seitlich des Eingangs direkt gegenüber der Dünen.

Wir fanden es etwas unschön beim Pool oder drinnen zu Dinieren. Bevor aufgetischt wurde begegneten uns noch einige Deutsche Backpacker die mit dem Bus aus Fes angekommen waren. Die waren die ganze Nacht mit dem schrecklichen Bus unterwegs und konnten rein gar nichts von der tollen Landschaft sehen. Sie fragten uns noch was man sich noch Ansehen könnte und wir holten unseren LP um die da drin etwas Blättern zu lassen. Ich dachte mir noch zum Glück sind wir mit dem Auto unterwegs. So was mit dem Bus bin ich echt zu alt oder so. Oder vielleicht zu Wohlhabend mittlerweile. Die waren grad angekommen und machten auch recht bald los zur Kameltour in die Wüste. Dort sollten die dann die Nacht über bleiben und morgen zurückkommen. Als sie verschwanden wurde auch gleich unsere Tisch gedeckt und wir verspeisten die vorzügliche Tajine. Wir hatten es uns seit einiger Zeit angewöhnt nur eine für zwei Personen zu nehmen.

Mit dem reichlichen Brot das immer dabei ist reicht das auch vollkommen. Der Ausblick auf das Sandmeer ist Einzigartig, aber auch etwas dekadent. Rund um uns herrschte schon ziemliche Armut. Nach dem langen Essen gingen wir zum Pool. M. ging mal kurz rein und ich machte es mir mit Tee im Schatten bequem und konnte endlich mal wieder was lesen. Nach ca. zwei Stunden war damit aber auch genug und wir gingen mal raus durch das Dorf. Da gab es rein gar nichts zu sehen, außer eines halbwegs neu gebauten Zentrums bei dem sich auch drei Geschäfte befanden, die aber alle geschlossen waren. Wir gingen also wieder zurück und machten irgendwas. Kurz vor Sonnenuntergang beschlossen wir noch mal zur Düne in den Sand zu gehen.

Diesmal packte ich mir nur eine Dose Bier mit ein. Wir waren zu langsam um ganz nach oben zu kommen und ein anders Pärchen machte uns den Platz streitig. Wir bezogen auf der Düne direkt unterhalb Stellung und hatten wieder diesen tollen Ausblick, diesmal mit einem ganz seltsamen Licht von der untergehenden Sonne. Unterhalb von uns war auch eine Gruppe von Menschen und machte irgendwas. Bevor es schließlich ganz dunkel werden sollte machten wir uns auf den Rückweg und schlenderten gemütlich vor den Dünen lang und gingen zurück zum Hotel. Anschließend machten wir noch Wäsche und beendeten dann den Tag.


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