🇲🇦 2015 Marokko – Tag 10 – Mhamid / Merzouga

Diesmal standen wir noch zeitiger auf als sonst. Über Nacht war es richtig kühl geworden im Zimmer. Heisses Wasser gab es leider auch nicht und die Toilette musste mit einem Eimer gespült werden. Über Nacht hatte ich wieder Angriffe von Bettwanzen zu erleiden, die mich diesmal deutlich zerbissen. Das trübte dieses eigentlich tolle Hotel etwas. Am Vortag hatte ich das Auto noch nebenan in einen abschließbaren Parkplatz fahren müssen, obwohl ich darauf bestand es an der Strasse stehen zu lassen.

Als wir fertig waren war natürlich weit und breit niemand zu sehen. Wir gingen zum verschlossenen Tor und ich versuchte schon das irgendwie aufzubekommen als ein Hotel-Hiwi ankam und das Tor öffnete. Ich wartete schon darauf das er einen Obolus wollte, was er aber nicht tat. Ich gab ihm also 20 Dh für den Tee vom Vortag und wir hauten wieder ab in Richtung Zagora, da wir noch eine gute Strecke bis nach Merzouga hatten. Das war schon seltsam mit den Leuten. Trinken keinen Alkohol, gehen zeitig schlafen und sind früh trotzdem nicht vor 10 anzutreffen. In der Stadt nach Mhamid machten wir kurz halt um in einem Kaffee Frühstück einzunehmen. Irgendwie dauerte das wieder extrem lange, so dass ich etwas druck machen musste.

Der Typ war irgendwie wieder eine Art Schlafmütze, zumal wir die einzigen Gäste waren. Kaffee und Omlette ist nun wirklich nicht so schwierig, aber irgendwie musste er erst alles vom Markt nebenan besorgen. So ein Frühstück kann locker mal eine Stunde dauern, was zwar ganz entspannt ist aber doch recht viel Zeit benötigt. Wir fuhren weiter wieder durch Zagora zurück. Wieder erschien mir die Stadt wesentlich mehr ausgebaut als 2011. Ich wollte diesmal nicht die Piste in Richtung Merzouga wählen, sondern die Strasse über Nkob. Also ging es wieder zurück durch das Draa-Tal und dann rechts in Richtung Nkob. An der Kreuzung hielten wir noch kurz an um einen Strohhut erstehen zu wollen.

Der Verkäufer wollte überhaupt gar nicht handeln was extrem untypisch ist weshalb wir einfach weiter fuhren. Die Landschaft wurde jetzt wieder zur Wüste, nachdem das Oasenreiche Draa-Tal verlassen wurde. Die Wüste mit den großen Steinen vom letzten mal sah ich seltsamerweise nicht. Seltsam. Insgesamt war die Landschaft recht ansehnlich, insbesondere mit den größeren Hügeln rechts von der Strasse. Weiter rechts gab es keine Strasse mehr und nur noch Sahara. Wir schlängelten uns gemütlich weiter der Strasse entlang, wobei auch eine Art von Ralley zugange war. Insgesamt sah es auch hier auf der ganzen Strecke nicht mehr so aus wie 2011. Es kam mir nicht mehr so weit weg vor und alles wirkte etwas moderner.

An irgendeiner Stelle machten wir halt um uns die Beine etwas zu vertreten. Irgendwie denkt man erst das ist ganz toll mal durch die Gegend zu laufen, aber nach einiger Zeit wird das einem durch die starke Hitze wieder verübelt. Man ist noch schön an die 20 Grad im Auto gewöhnt und dann überhitzt man schon wieder nach kurzer Zeit so dass man schlapp wird und sich auf das kühle Auto freut. An dieser Stelle war ein seltsamer Busch, der eigenartige Bälle als Blüten trug. Ich machte mir einen Spaß drauss, mit den Füßen dagegen zu hauen, so dass die Dinger im hohen Bogen wegflogen. Ich weiß nicht was das war, vielleicht giftig, vielleicht sonst was. Jedenfalls standen davon einige mitten in der Wüste rum. Insgesamt sah die Landschaft auch mehr nach Sahelzone aus mit diesen charakteristischen Bäumen.

Allerdings hatten wir diesmal versäumt diese Bäume irgendwie von nahen zu sehen. Wir fuhren wieder weiter und hielten nach kurzer Zeit an einem Laden für Mineralien an. Da drinnen werkelte einer im Dunklen und arbeitete mit einer Art Bohrmaschine die Trilobiten frei. Das sah überhaupt nicht nach irgendwelchen Fälschungen aus wie wir ihn das direkt an den Steinen arbeiten sahen. Ich suchte einen kleineren für ca. 5€ aus und fuhren weiter. Einen anderen Laden besuchten wir auch noch, der größer war und zahlreiche Fossilien hatte. Irgendwie waren das aber trotzdem Staubfänger. In einem Kaff suchten wir uns was zum Essen und wurden auch in einem Lokal fündig. Wir waren die einzigen Gäste und es gab diesmal Hühnchentajine und wie immer Tee, draussen im Schatten am Rand der Strasse.

Irgendwann krachte es laut über uns und ich wusste nicht so recht was los war. Ich bekam jedoch irgendwie mit, dass im Zweiten Stock ein Fensterladen auf die Überdachung der Terrasse gekracht war. Wäre die nicht gewesen, dann wäre das Ding auf unsere Köpfe gekracht. Wir fuhren wieder weiter in Richtung Rissani. Die Stadt war recht unübersichtlich und ich hatte etwas Probleme den richtigen Weg in Richtung osten zu finden. Vorher machten wir noch an einem Späti halt um uns mit den notwendigen Nahrungsmitteln und Getränken einzudecken, weil wir nicht wussten wie es dann weiter aussehen würde. Auf der Strasse in Richtung Merzouga war einiges los. Im Nachhinein weiß ich gar nicht wohin die gefahren sind. Die Grenze nach Algerien ist zu und die Strasse müsste eigentlich in einem Kaff enden.

Vor uns fuhr ein LKW, der unglaubliche Dieselschwaden in die Luft blies. Leider konnte ich das nicht so richtig fotografieren. Wir hatten vorher natürlich kein Hotel gebucht und musste jetzt irgendwie was finden. Das Problem dabei ist, dass an der Strasse zwar viele Schilder stehen, aber meisten Pisten zu den Hotels führen. Wir fuhren als ein ganzen Stück nach Osten und dann nach links in Richtung Dünen über die Piste ab. In der schwarzen Hamada entdeckte ich ein Reptil und machte ein Foto. Wir fuhren am Rand der Dünen entlang, wieder in Richtung Osten bis es nicht mehr weiter ging. Da war zwar ein Hotel und eine Menge Autos, aber das Hotel sah recht teuer aus. Wir fuhren wieder zurück und entdeckten eines was ansprechend und günstig aussah.

Wir gingen hinein und der Preis passte. Das Hotel war im klassischen Lehmstil erbaut und hatte sogar einen Pool im Innenbereich. Das war ganz schön Dekadent, da außerhalb Armut pur war. Wir stellten unsere Sachen ins Zimmer, das Auto in den zugewiesenen Platz und machten uns mit einem 5L Kanister Wasser auf den Weg in den Sand. Im Westen Blitze es drohend und Sand wirbelte durch die Gegend. Ich dachte die ganze Zeit das es anfängt zu Regnen und ein Unwetter gibt in der Wüste hier. Das würde eine ziemliche Katastrophe darstellen, aber es kam nicht dazu. Im Westen gab es aber tatsächlich Überschwemmungen. Wir spazierten also etwas durch den Sand, wobei das eine recht große Wegstrecke war. Ich war schon ganz fertig vom ganzen Tag rumgefahre.

Wir gingen wieder zurück zum Hotel und sahen Kinder am Brunnen Wasser holen. Am Rand der Dünen machten sich die Touri-Karawanen klar zum Aufbruch in den Sand. Wir begaben uns noch kurz auf das Dach, bis es zu kalt oder zu warm wurde. Ich glaube es war einfach zu warm und gingen ins Zimmer. Ich wusch meine Sachen, darunter auch eine Jeans und hängte sie an das geöffnete Fenster. Nach zwanzig Minuten war die Jeans komplett trocken. Durch die Bauart des Hauses war es tatsächlich besser das Fenster Nachts zu öffnen als die Klima laufen zu lassen.

Draussen war es durch die offene Wüste ziemlich kalt, nur das Gebäude war extrem warm im Innern. Hier gab es auch wieder etwas Netz auf dem Zimmer und ich versuchte Bilder auf den Server zu laden. Das ging aber nicht so richtig und wir begnügten uns damit Soma FM zu hören und bisschen im Netz zu surfen bevor wir ins Bett gingen.


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