🇲🇦 2015 Marokko – Tag 1 – Frankfurt/Baden – Girona – Marrakesch

0600 mussten wir eigentlich aufstehen, allerdings dehnten wird den Schlaf noch eine halbe Stunde aus. Nach etwas Kaffee packten wir noch schnell den Rest und verliessen pünktlich gegen 0815 die Wohnung. Mit dem eigenen Auto wollten wir nach Rastatt fahren und dort in den Bus zum Flughafen Karlsruhe-Baden wechseln.

Innerhalb kurzer Zeit waren wir in einem Stau auf der Autobahn, was allerding wenig problematisch war, da wir uns genügend Zeit mitgebracht hatten. Das Auto stellten wir direkt gegenüber dem Bahnhof Raststatt ab, was für die drei Wochen 20€ kostete. Der Automat hat mich erst etwas genervt, weil ja niemand normalerweise so viel Kleingeld bei sich hat. Auch die Einstellungen waren nervend. 12€ für zwei Wochen und 20€ für einen Monat gabs zur Auswahl. Zum Glück konnten wir mit Karte zahlen und ersparten uns damit wenigstens die nervige Bahnanfahrt zum FKB. Nach einiger Zeit kam der Bus, kostete 2.40 pro Person und wir erreichten FKB nach 30 min fahrt durch triste Spießersiedlungen. Nach kurzem Nikotinrefreshment mit unseren E-Cigs gingen wir gleich durch die Sicherheitskontrolle.

Ich fand es ja spannend, ob irgendwas vielleicht schief gehen könnte, da wir auch kein Gepäck aufgegeben hatten und nun mit allerlei Liquids durch wollten. Außerdem hatten wir noch ne Menge belegte Brote dabei, die diesmal einen Sprengstofftest bedingten, der aber negativ ausfiel. Wir setzten uns draussen in die Sonne, bzw Schatten um den Rest der Zeit rumzukriegen. 1630 öffnete das Gate wo die Pässe kontrolliert wurden. Das Ganze dauerte eine Weile während sich das Gate immer mehr füllte. Wir gingen mit als letzte mit rein, was mir zusätzlich noch erlaubte nach einer der freien Dreierreihen im hinteren Bereich zu fragen, was auch problemlos möglich war. Damit hatten wir ersteinmal einen relativen Komfort.

Etwas Verwirrung war aufgrund der Zeitverschiebung. Der Flug sollte 1730 starten und 1900 in M landen. Damit dachten ich zuerst, daß der Flug 3,5h dauern würde. Nach einer Stunde Flug schaute ich von meinem Heft auf, um aus dem Fenster etwas ähnliches wie Gibraltar zu sehen. 30 min später setzte der Flieger schließlich zur Landung an. In M kamen wir etwa 20 min zu früh an, und das nach nur ca 2h. Das überraschte mich und sollte noch eine Weile Verwirrung bei der Zeit mit sich bringen. Aus dem Flugzeug knallten wir gegen 42 Grad auf dem Rollfeld. Links neben dem Terminal wurde ein neues Flughafengebäude gebaut. Die Einreise dauerte aufgrund der zahlreichen Passagiere recht lange, obwohl alle 18 Schalter geöffnet waren.

Meinen lässig ausgefüllten Fragebogen zur Einreise musste ich mit der genauen Adresse des Hotels vervollständigen, Stempel und nach der Bude noch mal Passkontrolle. Sinnlos. Vor dem Flughafen blieb keine Zeit mehr um zu Dampfen, da der Bus L234 links neben dem Ausgang auch schon gleich abfuhr. Der Bus fährt am Jeema el Fna vorbei und dann zum Busbahnhof. Wir wollten zum Busbahnhof. Die Fahrt kostete 30 Dh pro Person, also etwa 3 Euro und dauerte ca. 20 min. Vom Busbahnhof mussten wir noch durch die Medina. Ich hatte mir zwar die ungefähre Position des Maison im Navi vom Handy gespeichert, allerdings ist das eigentlich hoffnungslos das so zu finden.

Der Irrgarten war natürlich extrem und wir kamen an einem anderen Maison heraus. Ich kannte das vom Namen und wir mussten relativ nah an unserem Ziel sein. Wir klingelten und fragten nach dem Weg. Wir bekamen einen Führer gestellt, der uns innerhalb von 5 Minuten schließlich zu unserem Ziel lotste. Die Ansprechperson vor Ort war eigentlich nicht da und musste erst geholt werden. Das dauerte erstmal eine Weile. Als er da war gabs Tee und ein Gespräch bis der Tee zu Ende getrunken war. Wir wollten eigentlich nur aufs Zimmer. Die Unterkunft war übrigens das Maison de Hotes Nomades. Es gab zwei verschiedene zur Auswahl. Eines direkt im Erdgeschoss, so dass man direkt neben den Tischen wohnte, da es ja auch Fenster in den Innenhof gab. Und ein anderes im ersten Stockwerk, das jedoch zwei Einpersonenbetten hatte.

Aufgrund der besseren Lage entschieden wir uns für das im ersten Stockwerk. Das Zimmer hatte eine gut funktionierende Klimaanlage und einen alten Fernseher mit Videorekorder und Satellitenreciever. Der Reciever funktionierte nicht aber das interessierte uns auch nicht. Hauptsache die Klimaanlage funktionierte und das tat sie ganz ausgezeichnet. Wir stellten die Sachen ab und der Hotelmensch gab uns noch eine kopierte Handzeichnung der Gassen zum Hotel. Er begleitete uns noch bis zur Hauptstrasse und von dort gingen wir allein weiter durch das hektische Treiben bei immer noch extrem hohen Temperaturen in Richtung Jeema el Fna.

Der Platz war gut gefüllt und nach kurzem umschauen setzten wir uns an irgendeinen Stand und bestellten Coscous mit Rind, Lamm und Huhn, sowie gemischte Grillspieße und Tee. Der ganze Spaß kostete 180 DH, was für marrokanische Verhältnisse extrem viel ist. zum Beispiel kostet eine Tajine im Landesinnern grad mal 25 – 35 DH und ein Zweipersonenesen mit allem ca 70 DH. Das Essen war ganz gut aber mehr als einmal muss man das wirklich nicht machen. Jeder andere Imbiss bietet das auch und vielleicht sogar besser. Das Flair auf dem Platz ist auf die Dauer auch nervig im Gegensatz zu anderen nicht so touristischen Orten. Mittlerweile war es recht spät geworden und wir begaben uns wieder auf den Heimweg. Nach kleineren Verirrungen erreichten wir das Maison auch wieder und beendeten den Tag mit voller Klima.


Zum nächsten Tag…

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