🇨🇳 2012 China – Tag 1 – 31.05.2012 – Xingcheng

Gegen 0700 aufgestanden, gesurft und Frühstücken gegangen (gekochte Eier 2x, Bambussprossen, gebratener Reis, der auch Schinken enthielt.) Der Kaffeeautomat hatte nur heißes Wasser, dass ich mir aber trotzdem mitnahm.

Eine Scheibe Weißbrot mit Marmelade für insgesamt 12Y. Danach Duschen und ausgecheckt. Es gab Sonne und die Temperatur lag bei ca. 24°C. Als erstes wurden unten am Hotel Kippen und ein Feuerzeug geholt. Die Verkäuferin hatte mich erst nicht verstanden, weil ich auf die Kippen gezeigt hatte und dann auf das Feuerzeug. Das Ganze kostete 11Y. Das Feuerzeug für 1Y, die Kippen für 10Y. Die Kippen hatten nur 0,8mg Nikotin, was mal vor 15 Jahren als Lights verkauft wurde, weil die nur hal so viel Nikotin hatten wie normale Kippen.

Das erste Feuerzeug hatte nur drei Tage gehalten bis es in alle Einzelteile zerfiel, noch weit bevor das Gas alle war. Gegen 0900 wurde der Rucksack gepackt. Der LP kam ganz oben drauf, da er am meisten benutzt werden sollte, wegen der Orientierung und der Übersetzung. Reisepass und Geldkarte kamen in die Hosentasche. Danach gings Richtung Bahnhof. Links daneben sollte eine Post sein, wo ich einen dringenden Brief nach da abschicken wollte. Im Erdgeschoss gab es nur Geldschalter. Hatte aber recht schnelle begriffen, dass ich in die erste Etage musste. Der Brief kostete 6Y nach DE. Ich hatte immer noch 2h Zeit bevor der Zug losfahren sollte. Erst saß ich eine Stunde vor dem Bahnhof und glotzte in der Gegend rum und ging dann noch Birnensaft am Späti einholen. Dazu gab es noch süßes Gebäck.

Am Bahnhof gabs auch Kirschen von allen möglichen Händlern. Auf den Schildern stand 15 + Zeichen und 2 + Zeichen. Für mich bedeutete das 15Y für 2 kg. Der Händler stand kurz vor der Unterführung zum anderen Ausgang, wo Lautsprecher sich gegenseitig in recht hoher Lautstärke zuplärrten. Die Frau packte einen Karton voll und wollte 50Y. Das war mir eindeutig zu viel und ich zeigte auf das Schild. Die Frau begriff das nicht, worauf ein anderer kam und etwas in einen Beutel einfüllte. 15Y für ca. 0,3 kg Kirschen und die waren auch überhaupt nicht süß. Der Checkin am Bahnhof war wie bei einem Checkin am Flughafen. Gepäck in den Scanner legen und durch einen Metalldetektor gehen.

Den Metalldetektor interessierte nur niemanden. Den Scanner wohl auch nicht so richtig, schließlich war da auch mein Netbook drin. Der Wartesaal war riesig, zu beiden Seiten die “Gates” und darunter die Bahnsteige. Wenn der Zug einfährt dann steigen zuerst die Ankommenden aus und danach werden die Abfahrenden auf den Bahnsteig gelassen. Das ganze geht natürlich nicht ohne Schlangenbildung von statten. An jedem Waggon steht ein Schaffner mit blauem Hemd und kontrolliert den Fahrschein noch mal. Somit kann man sich wenigstens nicht verfahren, da ja die Ziele auch alle in chinesischen Schriftzeichen sind.

Die Waggons sind nummeriert und da mit der Karte auch eine Platzreservierung verbunden ist, lässt sich dieser leicht finden. Der Zug war auch schon recht gut gefüllt, obwohl er erst in Dalian abfuhr. Es war mittlerweile recht warm draussen aber der Zug hatte zum Glück eine Klimaanlage. Der Zug fuhr dann mit einigen Minuten Verspätung ab. Die Fenster konnte man nicht aufmachen. In den Waggons selbst durfte auch nicht geraucht werden. Dafür wurde zwischen den Waggons um so mehr geraucht. Das war auch die offiziell beschilderte Raucherzone. Der Zug war ein K-Zug, also ein ganz normaler Schnellzug unterhalb der ICE-Klasse, in etwa wie der deutsche IC. Nach der Abfahrt wurden die Fahrscheine noch mal geprüft.

Der Zug fuhr erst sehr langsam aus Dalian heraus. Die Stadt zog sich ewig lang hin. Ich wusste nicht so richtig wann ich aussteigen musste. Manche Bahnhöfe hatten auch lesbare Schilder, die jedoch erst zu erkennen waren wenn der Zug wieder weiterfuhr, da ich im Waggon Nr 13 saß. Mein GPS funktionierte im Zug leider niacht, da kein Empfang da war. Am Rand von Dalian wurden riesige Stadtteile mit 30-stöckigen Hochhäusern und 10-15 gleisigen Bahnhöfen aus dem Nichts gebaut. Die Baumaßnahmen sahen aber etwas dilettantisch aus. Zum Beispiel wurde durch einen Zug Schotter für neue Gleise herangeschafft. Die Waggons waren so voll geladen, dass vorher ein Teil verloren Ging und auf der schon fertigen Strecke mehr Schotter war als eigentlich sein sollte.

Es gab links und rechts richtige Wälle von Schotter neben den Gleisen, die später wieder weggemacht werden mussten. Die Steine wurden von jeweils drei Arbeitern um die Schienen verteilt. Einer hatte eine Schaufel an der zwei Seile befestigt waren. Der eine Steckte die Schaufel in die Steine und die beiden anderen Zogen an den Seilen um die Steine zu verteilen. Der Zug fuhr erst nach Norden, um dann Richtung Westen und schließlich nach Süden zu fahren und hielt etwa alle 30 min. Niemand las etwas. Ich begegnete kaum jemanden der etwas las. Im ganzen Zug war ich wahrscheinlich der einzige Nichtasiate. Nach einiger Zeit kam ich ins Gespräch mit einigen Studenten. Der eine davon nahm sein Handy um zu übersetzen, was aber sehr oft nicht von Erfolg gekrönt war, da er immer versuchte komplette Sätze zu übersetzen.

Ich wollte ihm aber nicht versuchen klar zu machen, dass es besser ist einzelne Wörter zu nehmen, da die Sätze überhaupt keinen Sinn ergaben. So wurde ich nach meinen Namen gefragt und das wurde versucht zu übersetzen. Das klappt natürlich so nicht. Durch die Studenten hatte ich bis zum Ende der Fahrt keine Ruhe mehr, was aber nicht weiter schlimm war. Eine davon brachte mir die richtige Aussprache der chinesischen Wörter anhand der LP Wörterlisten bei. Während der Fahrt sind wir alle Wörter in Mandarin durchgegangen. Ich erlaubte mir ab und zu Scherze und antwortete mit Wörtern auf Kanton. Das ist dann vielleicht so dass jemand statt auf Hochdeutsch in sächsisch antwortet oder so.

Die richtige Aussprache war drastisch anders als im LP in Lautschrift beschrieben. Teilweise versammelten sich um uns 10-15 Leute um uns zuzuhören. Der Zug kam mit einiger Verspätung in XingCheng an. Eigentlich wußte ich ja gar nicht wann er ankommen sollte. Ankuft war ca. 2130. Mittlerweile war es schon dunkel. Den Bahnsteig verlässt man wieder durch ein Gate, wobei wieder die Fahrkarte kontrolliert wird. Draussen standen zahlreiche Taxifahrer und brüllten auf die Ankommenden ein. Ich setzte mich erstmal rechts neben den Ausgang abseits um in Ruhe ein Hotel rauszusuchen und um mich zu orientieren. Ich wartete auch das sich das Navi reaktivierte. Ich wollte eigentlicht im Zug danach schauen, aber durch die Studenten bin ich zu rein gar nichts gekommen und wurde förmlich schlagartig in eine andere Welt versetzt.

Vor mir standen drei Taxis und ich wollte zu der einen Strasse zu einem Hotel das ich mir rausgesucht hatte. Der machte mir aber wie auch immer völlig verständlich klar, dass das Hotel gleich hier ist und ich doch dahin laufen kann, da es sich für ihn nicht lohnt. Dabei hatte ich auch das Wort das klingt wie Schikkerella wieder gehört, das mir die Studenten ständig gesagt haben. Ich verstand auch erst dadurch richtig das dieses Wort sowas wie Angekommen heißt. Ich fragte schließlich noch nach einem direkt am Strand, entschied mich aber doch wieder dafür möglichst am Bahnhof zu bleiben. Mit Hilfe des nun wieder funktionierenden Navi konnte ich mich jetzt wieder mit Karte zurechtfinden, was ein tolles Feature ist, da auch der LP von der Stadt keine Karte hatte und ich immer genau wusste wo ich bin.

Nach einer Weile schaute ich auf dem Gehweg noch mal in den LP, da ich doch gar nicht die Schriftzeichen wusste von dem Hotel zu dem ich wollte. Ich schaute mich um und stand direkt vor einem Hotel, wo die Menschen vom Empfang mir fröhlich zuwinkten. Das muss auch etwas bekloppt ausgesehen haben. Ich ging rein und schaute nach dem Preis. Das war zwar nicht das Hotel in das ich wollte, umschauen wollte ich mich aber. Das Zimmer sollte 100Y kosten, also ca. 12€. Sofort kam aber eine Alte angelaufen und meinte das ginge nicht. Ich hatte auch vorher im LP gelesen, dass die Chinesen Ausländern nicht erlauben in den billigen Hotels abzusteigen. Ich wollte da ja eigentlich sowieso nicht hin.

Die beiden am Empfang gaben mir aber noch einen Zettel mit den Schriftzeichen für das Hotel mit zu dem ich wollte. Das Hotel lag relativ aufwendig gestaltet an einer Ecke. Die 5 Damen am Empfang konnten kein Wort Englisch. Der Preis sollte 600Y betragen was fast 80€ bedeutet hätte. Darauf hatte ich keinen Bock und ging wieder die Strasse entlang Richtung Bahnhof. Nach 5 Minuten erreichte ich ein Hotel mit einem Preis von 189Y. Wieder kein Englisch, war aber auch egal. Eine Putzfrau zeigte mir das Zimmer. Klima, Fernseher, Dusche und PC mit Internet. Ich sagte zu, da das alles war was ich brauchte. Das Zimmer war auch sauber.

An der Rezeption sollte ich erst 200Y Deposit bezahlen, was ich erst als 700 verstand. Daraufhin hatte die Frau wohl keine Lust mehr und gab mir für meine 200Y, 11Y wieder, womit das Zimmer bezahlt war. Ich bemerkte auch erst später, dass ich gar nichts ausgefüllt hatte und auch nichts mit Ausweis und so. Ich ging auf das Zimmer und schaltete den Rechner ein. Es war natürlich alles auf chinesisch. Ich nahm das Netzwerkkabel und probierte es an meinem Netbook. Auf Anhieb ging es auch da nicht. Ich probierte es nochmal auf dem PC und merkte erst als ich diese Website aufrief, dass IE6 installiert war, worauf mich das Joomla deutlich hinwies, wie es denn sein kann das es noch Surfer mit IE6 gibt.

Ich nahm nun wieder das Kabel und schaute in die Netzwerkeinstellungen vom PC. Die Adressen waren fest vergeben. Der Proxy war aber ein externer, der DNS auch. Ich stellte alles auf meinem Netbook ein und hatte nun wie gewohnt Internet auf meinem Netbook. Ich ging noch mal schnell raus auf die Strasse um etwas von dem 3%igen Bier im Späti zu holen. So richtig los war da draussen nichts. Bier und Kippen kosteten gerade mal 17Y, wobei die Kippen schon mal 10 ausmachten. Ich ging wieder zurück, surfte noch etwas und stellte die Klima auf 18°C zum abmatten.


Zum nächsten Tag…

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