🇲🇦 2011 Marokko – Tag 10 – Ouarzazate

Durch die Störungen der Nacht erwachte ich wieder recht zeitig, machte mich soweit klar, checkte aus und ging wieder auf den Platz. Ich darf nicht zu vergessen zu erwähnen, dass ich mittlerweile eine strenge Ordnung in alle meine Sachen gebracht hatte, um ja nirgends was zu vergessen, geklaut zu bekommen oder lange suchen zu müssen. So bepackt ging ich erstmal auf den Markt um Kaffee zu trinken.

Hier war irgendwie noch gar nichts los. Ich saß also eine Weile bei Kaffee und Kippen und studierte den weiteren Routenverlauf. Irgendwann ging ich noch bisschen umher versorgte micht mit Fladenbrot, Nektarinen und Käse, sowie Getränk für die Fahrt und ging Richtung südlichem Tor. Dort ging natürlich erstmal gar nichts. Es kamen zwar Busse an und es fuhren auch welche ab, aber so ein Gedränge wie am Vortag war um die Mittagszeit überhaupt nicht. Hier machte ich mir etwas Gedanken wie ich eigentlich meinen richtigen Bus rausfinden sollte und ob ich nicht doch abgezockt wurde. Aber das sollte sich schon irgendwie finden.

Ich setzte mich schließlich an das Busbahnhofscafe, das aus einer Bude mit einigen Schirmen bestand und trank Tee und wartete. Der Bus kam irgendwann, auf jeden Fall nicht pünktlich. Ich weiß allerdings nicht mehr wie ich das erkannt habe. Wahrscheinlich hatte der Ausrufer das Ziel gebrüllt und ich war halt irgendwie richtig. Nach etwas warten und dem üblichen Anfahren und Hupen, den durchgehenden Essensverkäufern und einigen alten Betfrauen, denen ich zwei Orangen schenkte gings Richtung Osten. Die Fahrt ging zu Beginn fast nur geradaus und kaum merklich ansteigend. Nach ca. der Hälfte der Fahrt und noch vor der Atlasüberfahrt hielt der Bus an einem Dorf an der Strasse um Pause zu machen. Die meisten Gäste setzten sich an einen Stand mit einem Grill, der auch mächtig Rauchwolken von sich gab. Ich setzte mich nebenan in ein Cafe und trank Tee und studierte die Karte.

Nach ca. einer halben Stunde ging es weiter. Der Bus qälte sich nun die Strasse auf den Atlas hoch, wobei auf der höchsten Stelle ein fast plötzlicher Übergang in eine andere Landschaft stattfand. Hier war die Nordafrikanische Wasserscheide und dementsprechend sah das auch aus. Der meiste Regen kommt vom Westen, regnet im Atlas ab und weiter östlich gibts halt nichts mehr. Das Plateau bestand aus Felsen und Wüste, während der Ansteig noch durch recht grüne Landschaft geprägt war. Ab dem Punkt wurde die Landschaft grau-gelb. Bei der Weiterfahrt gab es wieder äußerst interessante Serpentinen und generell eine übersichtlich Landschaft, die durch keinen Baum eingeschränkt wurde. Irgendwann erreichten wir das Ziel, allerdings lag der Busbahnhof recht weit westlich, außerhalb des Zentrums der Stadt.

Ich lief also weiter Richtung Osten, um auf einer kleinen Kuppe im eigentlich kleinen Zentrum anzukommen. Die Stadt war recht übersichtlich und modern an dieser Stelle. Es galt als erstes ein Hotel zu finden. Direkt an der Hauptstrasse lag das Royal. Nach Besichtigung des kargen Zimmers für 80 Dh sagte ich zu. Das Zimmer hatte eine eigene Dusche, ein Luxus den ich auf der Tour noch gar nicht hatte. Es gab auch Strom, Bett gabs auch, also ausreichend. An der Rezeption stand ein seniler alter Zausel, der mich irgendwann fast zur Weißglut bringen sollte. Schließlich war der so langsam, dass es Ewigkeiten dauerte um die einfachsten Sachen zu erledigen. Das Einchecken dauerte dann bestimmt auch noch eine halbe Stunde. Er erwähnte noch das ich den Schlüssel beim verlassen abgeben sollte. Das war mir erstmal egal, später fand ich das nicht so toll 10 min beim Abgeben zu warten und 10 min später beim gehen nochmal 10 min zu warten. Ich hab noch vergessen zu erwähnen das die Dusche nahezu endlos warmes Wasser liefern konnte, das sollte sich später noch als weiterer Luxus herausstellen, der mich am Schluß der Tour bewog 250 Dh für ein Zimmer auszugeben. Das Zimmer hatte wie alle Zimmer in denen ich war natürlich keine Heizung.

Hier hatte ich aber Ourzazate unterschätzt. Später hab ich irgendwo was gelesen, dass im Winter vom Atlas kalte Winde herunterkommen können. Am ersten Abend ging das noch, aber es war schon ein deutlicher Unterschied zu Sidi Ifni wo es Nachts trotzdem ca. 18 °C waren. In der ersten Nacht gingen die Temperaturen bis ca. 5 °C herunter, während es am Tag ca. 25 °C waren. An meinem letzten Morgen, bei der Abfahrt gab es Frost und die Scheiben von einigen Autos waren zugefroren. Ich legte erstmal meine Sachen ab und erkundigte mich nach was zu Essen. Gleich um die Ecke gab es einen Platz, wo sich allerlei Menschen tummelten. Ich sah hier wie auf der Fahrt seit Agadir überhaupt gar keinen Touri. Um den Platz gab es einige Restaurants, die recht modern aussahen. Ich ging noch bisschen weiter durch das kleine Zentrum, fand jedoch nicht so richtig was für mich zu Essen. Irgendwann ging ich dann auf mein Zimmer um mal zu Duschen und Klamotten zu waschen und um dann schließlich den Tag zu beenden.


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