🇲🇦 2011 Marokko – Tag 8 – Tafraoute

An diesem Tag stand ich wieder zeitig auf. Ich hatte mittlerweile 500 km im Land größtenteils mit dem Bus zurückgelegt. Heute sollte es 200 km weiter in den Anti-Atlas nach Tafraoute gehen. Ich hatte noch vorher das Mofa zurückzubringen und die Fahrt abzuklären, die aber eigentlich nicht abzuklären war, sonder spontan geschehen musste. Ich machte noch ein Foto von meiner Terrasse in Legzira, duschte reichlich mit warmen Wasser und ging schließlioch das Mofa holen. Das stand auch noch so wie ich es abgestellt hatte. Ich machte auch davon ein Foto, da ich nicht so schnell wieder Gelegenheit haben werde an so einem Platz mit einem Mofa unterwegs zu sein, zumal das Bild ganz hübsch aussieht. Auf dem Gepäckträger sieht man auch noch den Reserveliter Sprit in der Plastikflasche, den ich zum Glück nicht anrühren musste obwohl ich immer Vollgas gefahren bin und meine leere Getränkeflasche.

Ich begleichte meine relativ happige Rechnung und fuhr etwas wehleidig in Richtung Landstrasse die Piste rauf. Dieser Ort ist wirklich ungemein toll, aber nur wenn man mobil ist, am besten natürlich im eigenen Auto. Zurückblickend machte ich noch ein Foto auf dem Legzira wieder überhaupt nicht zu erkennen ist. Ich fuhr in die Stadt zum Mofa-Verleiher. Wir hatten zwar die Uhrzeit klar ausgemacht aber es war natürlich niemand da. Ich fuhr also zum Frühstück an das Cafè am “Busbahnhof”. Dort gabs wieder reichlich Tee, Kippen und Omelette. Ich fuhr danach wieder um die Ecke zum Mofa-Verleiher um wieder festzustellen das niemand da war.

Ich entsann mich noch kurz auf meine Besorgungen für die Fahrt. Ich brauchte noch was zu trinken und Essen für unterwegs. So wie ich mir das ausgerechnet hatte sollte die Fahrt für die 200 km bis heute Abend dauern. Ich besorgte also Fladenbrot, Kippen und Käse in einem kleinen Geschäft. Glücklicherweise gab es auch ein kleines Cafè in das ich mich wieder setzte und den Planet bei einem Milchcafè studierte. Ich fuhr wieder zum Mofa-Verleiher. Diesmal war er da und ich konnte mein Gefährt übergeben. Für den übriggebliebenen Sprit in der Flasche gabs Geld zurück. Das Gefährt machte auch einen ordentlichen Eindruck, so dass es keine Probleme gab. Jetzt wieder zu Fuß ging ich zum Taxistand an dem ich angekommen war.

Einige Taxen standen da und ich fragte den erstbesten nach Tiznit. Ich musste wieder über Tiznit fahren um dann dort eine Möglichkeit nach Tafraoute zu finden. Zum Glück dauerte es nicht lange und wir kamen ca. gegen Mittag los. Diesmal kam mir die Fahrt kürzer vor aber so ist es ja immer wenn man die Strecke kennt. In Tiznit nach vielleicht 2 Stunden angekommen ging ich gleich auf den ersten besten zu der da Herumstand und frage nach dem Taxi nach Tafraoute. Zum Glück musste ich nicht lange warten und das Taxi war mit den sieben Personen zur Fahrt ins Gebirge gefüllt. Als wir die Stadt Richtung Osten verliessen ging es zuerst noch durch flache Landschaft. Ich sah aber schon von weitem die Berge und den langsamen Aufstieg durch die relativ vegetationslose Landschaft. Es ging immer höher und höher hinauf. Der alte Benz tat sein Werk auch prächtig.

Es ging schließ über Pässe immer höher hinauf und dann wieder hinunter. Wir fuhren regelrecht auf Bergkämmen und dann wieder runter in ein von Bergkämmen gesäumtes Tal. Ich weiß nicht wie das Tal hieß, aber es zeugte irgendwie von relativem Reichtum. Hier musste der Tourismus schon recht gut erschlossen sein. Überall waren auch Bäume und kleine Bäche zu sehen. Die Serpentinen die wir fuhren waren jedenfalls extrem beeindruckend. Schade das ich nicht mit meinem eigenen Auto fahren konnte, um an jedem Ort der mich interessierte anhalten zu können. Schon recht spät am Nachmittag erreichten wir schließlich Tafraoute. Die Sonne ging schon hinter den Hügelketten die die Stadt umsäumten langsam unter. Die Landschaft sah jedenfalls recht spektakulär aus. Allerdings war der Ort recht klein.

Es gab einige wenige recht billige und ein richtig teures Hotel zur Auswahl. Als erstes versuchte ich mich mal zu orientieren. Mitten durch die Stadt ging ein Wadi, der wohl wenn er Wasser führte ein recht reißender Fluss sein müsste. Jetzt war davon gar nichts zu sehen, komplett ausgetrocknet. Kaum ging ich vom überschaulichen Zentrum über eine Brücke etwas weiter, redete mich einer in bestem Deutsch an. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir, dass er zum Studium in Leipzig war. Er kannt auch Connewitz und noch andere Sachen. Ich hatte allerdings keine Lust die knappe Zeit mit Reden zu verbringen. Ich hatte noch nicht mal ein Hotel gefunden. Im ersten bei dem ich nachfragte gab es kein Zimmer für mich. Alles ausgebucht.

Das konnnte ich nicht so richtig glauben, war aber egal, da 50 Meter weiter gleich das nächste war. Die Nacht sollte wieder irgendwas um die 50 – 80 DH kosten. Dementsprechend war das Zimmer auch wieder. Halt nur Strom, aber diesmal keine Dusche. Ich hätte mir vielleicht ein besseres nehmen können, aber nach den zwei Tagen in Sidi Ifni ging das. Das Hotel war schon recht ordentlich runtergekommen. Toilette gabs auch nur draussen. Aber das war mir in dem Moment egal. Ich wollte hier eigentlich nur die Nacht bleiben, da die Stadt recht überschaubar war und es für mich zu Fuß eigentlich gar nichts weiter zu sehen gab. Als erstes fand ich einen Aufgang zum flachen Dach des Hotels. Das Dach war total vermüllt, bot aber einen richtig tollen Ausblick über die Stadt. Ich machte einige Fotos, glotzte nach unten und durch die Gegend und ging dann raus durch die Stadt, die immerhin auf 1000 m Höhe gelegen ist. Vom Strand sozusagen auf 1000 m hoch. Nicht viel aber immerhin. Trotz der 1000 m waren es dort aber auch noch 25 °C am späten Abend im Januar wie das eine Bild zeigt.

Der Sensenmann und der andere sind ganz andere Temperaturen gewohnt, weshalb sie etwas dickere Kleidung trugen. Insgesamt machte die Stadt einen recht aufgeräumten Eindruck auf mich. So in etwa Allgäu von Marokko. Trotzdem gab es hier aber nichts zu sehen. Ich entschloss mich also dazu am nächsten Tag möglichst direkt nach Taroudant weiter zu fahren. Bei dem kurzen Abstecher konnte ich dann wenigstens sagen das ich auch im Anti-Atlas war. Ich bewegte mich weiter durch das recht kleine Zentrum der Stadt. Der Typ von erst hatte mir erzählt, dass hier öfters Parties in den Bergen etwas abseits stattfinden. Stromgenerator und Anlagen und ab gehts durch die ganze Nacht oder Woche.

Kurz zuvor sollen einige Österreicher mit Wohnmobilen und Geländewagen dagewesen sein, die die genau das gemacht hatten. Das konnte ich mir richtig gut vorstellen. Ich beschloss also in das nahegelegene teurere Hotel zu gehen, mit der Gewissheit dort eine Bar zu finden an der ich etwas absacken könnte. Das war dann auch der Fall und ich beendete den Tag nach einigen Bieren bei irgendwelchen Outdoorfreaks.


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