🇪🇸 2010 Barcelona – Tag 1

Gegen 0300 bereits aufgewacht. Eigentlich musste ich erst gegen 0500 aufstehen, umso schlimmer waren die folgenden zwei Stunden, die ich mit auf die einen, dann auf die andere Seite werfen im Bett verbracht hatte um dann irgendwann aufzuwachen und auf die Uhr zu schauen. 0456 so kommt das immer, war ja auch klar. Kaffee gemacht und fürchterlich gezittert, da die Heizung erst gegen 0600 automatisch angeht. Ein kurzer Blick vor die Tür brachte das Ergebnis, dass es draußen nicht wie erwartet weiß war. Am Vorabend hatte es angefangen zu schneien, was zum Glück nicht liegen blieb, da die Temperatur bei ca. 0° lag. Etwas im Netz gesurft und auf Telepolis die neuesten Nachrichten gelesen. Mit DE geht es immer weiter bergab.

Danach die Morgentoilette erledigt, weitergelesen und mein Zeug in den größeren AMI-Rucksack gepackt. Heizungen wieder auf 10°C gestellt, Zeit zum losmachen zur Bahn. Zwei Stationen von Söllingen Bahnhof nach Berghausen Stadion gefahren, wo mich Peter mein netter weiser Fahrer schon erwartete. Nach einer halben Zigarette und einem Plausch ging’s Richtung Flughafen Karlsruhe Baden-Baden. Zwischendurch noch einige kurzweilige Gespräche. Nach 40 Minuten waren wir wie geplant am FKB. Nach einer Zigarette ging’s erst mal in den Flughafen um zu checken wann und wo ich hin muss. Nach der Feststellung, dass der Flughafen sehr übersichtlich ist und ich nicht viel Zeit brauche zum einchecken, ging’s noch mal raus für eine Zigarette und dann 0815 zum Check in. Ich Depp hatte natürlich mein Haarwaschmittel eingepackt, warum auch immer. Das wanderte gleich mal zwangsweise in den Müll. Nicht so schlimm, da eh nicht so viel mehr drin war. Normalerweise erfolgt der folgende Metallcheck ohne Gepiepse, aber meine neuen zwei Kapuzenshirts, die ich wegen der Kälte angezogen hatte machten einen perfekten Durchgang zunichte.

Das nächste Mal weiß ich das und die werden mit durch den Scanner geschoben um nervendes Angefasse zu vermeiden. Danach die Lage an den Gates gecheckt und festgestellt, dass es dort auch einen Duty-Free mit dem üblichen Zeug und ein Kaffee gibt. Blöderweise hatte ich vorher festgestellt, dass ich mit meiner neuen Kreditkarte kein Geld abheben kann, da die neue Nummer noch nicht da ist. Von der Geldkarte von meinem Hauptkonto hab ich die Nummer schon vor anderthalb Jahren vergessen ein weiteres Konto hat selten Geld drauf. Da stand ich erst mal mit nur noch 10€ Bargeld da. Aus irgendeinem Grund hatte ich noch meine restlichen Dollar vom Besuch in Detroit vorher mitgenommen. Allerdings soll der Bus von Girona nach Barcelona noch 12 € kosten, die ich mit dem Wechsel von den Dollars in Girona aufbringen wollte. Alles Weitere sollte sich dann sehen lassen.

Zum Glück bietet der FKB an den Gates die Möglichkeit draußen Rauchen zu können. FFM hat leider keine Möglichkeit mehr an den Gates. Schrittweise Verschärfung der Repressionen gegen Raucher. Das Gate war voll, aber nicht so voll wie das Gate, wo die Leute später nach Antalya fliegen sollten. Ich hab mich an ein Gate nebenan gesetzt, wo man auch den Aufruf noch mitbekommt und auch sieht wie viele Leute anstehen. Natürlich springen die Leute bei Öffnung des Gates auf und stellen sich in einer immensen Schlange an. Ich frage mich dann immer was das wohl soll. Die Leute standen dort teilweise 15 Minuten, die sie auch sitzend mit einer Beschäftigung erledigen hätten können um ganz gesittet einen kurze Schlange bilden zu können. Ich blieb solange sitzen wie es ging und habe an meinen Handyeinstellungen rumgespielt und Emails gelesen.

Als einer der letzten 5 bin ich gemütlich an den Schalter und auch gleich direkt durch ohne Stehstress. Das hatte auch gleich den Vorteil, dass ich der Schlange beim Einstieg ins Flugzeug entgangen bin und mich gleich auf den nächsten freien Platz der Ryanair nach Girona setzen konnte. Der Freiraum zwischen den Sitzen war größer als ich gedacht hatte. Nämlich genau so viel, dass ich mich ohne mich bewegen zu können hinsetzen konnte. Zwei Zentimeter enger und ich hätte mich auf einen Notsitz begeben müssen. Erst mal ging dann gar nichts für ewig lange Zeit, während es draußen immer weiter schneite aber nichts richtig liegen blieb. Weiß war es jedenfalls, der erste Schnee für mich für diesen Winter. Nach dem vom Vorabend. Danach folgten 0130h unspektakulärer Flug. Einzig die unerwartet harte Landung hatte mich etwas überrascht. Normalerweise geht das Flugzeug schnell über der Landebahn runter, bleibt einige Zeit drüber und geht sachte runter. Der Pilot hat aber ohne die sanfte Übergangsphase aufsetzen lassen. Interessanterweise gab’s auch einige Klatscher nach der Landung. Seltsam.

Beim Aussteigen ging es genauso ab wie am Gate, nur noch blöder. Noch bevor die Anschnallzeichen verloschen waren, sind die Leute aufgesprungen und haben ihre Sachen an sich gerissen um dann ewig im Gang herum zu stehen. Unerklärlich dieses Verhalten. Ohne Bus und Passkontrolle ging’s die 200 m zum Ausgang. Sehr entspannt. Jetzt war noch das Problem mit dem Geld für den Bus zu klären. Der Flughafen hatte natürlich keine Wechselstelle, wo ich die Dollar in Euro hätte tauschen können. Meine Hoffnungen, dass der Fahrkartenschalter Kreditkarten annehmen würde wurden durch den vom weiten erkennbaren Aufdruck “No credit cards accepted” zunichte gemacht. Meine letzte Notlösung musste ran und ich musste mir was auf mein brachliegendes Konto überweisen lassen. Nach einem Anruf in DE gelang das auch innerhalb 15 Minuten, so dass ich noch als letzter in den Bus gelangen konnte. Der nächste wäre erst drei Stunden später gegen 1415 abgefahren. Das war auch nicht ein Bus sondern 5- 8 Busse.

Aber egal. Die Fahrt war unspektakulär aber landschaftlich mittelmäßig interessant, da auch im Gegensatz zum Start in DE die Sonne ihre prächtigen Strahlen ohne Bewölkung verteilte. Nach gut einer Stunde erreichten wir den Busbahnhof Barcelona Nord. Das ist immer der Moment größter Verpeilung, wenn man in einer Großstadt in unbekanntem Gebiet rumsteht. Erst mal den Menschmassen hinterher, von denen es wirklich eine große Menge gab. Kurz in den einsamen Planeten geglotzt und grob die Richtung gen Meer angesteuert. Das hat erst mal noch nicht so richtig geklappt, was mich schon etwas durch die netten und engen Gassen von Barri Gotik geführt hatte. Da wollte ich aber noch nicht durch ohne einen Startpunkt mit Peilung zu haben. Irgendwie ging das dann auch ganz schnell und ich war am Hafen. 

Noch etwas nach Süden gegangen, aber nicht zu weit um nicht in La Raval reinzugehen. Dann wieder Richtung Stadt durch die Gassen von Barri Gotik. Das Viertel ist mit keinem anderen Viertel zu vergleichen, das ich jemals gesehen habe. Hier ist wirklich noch die mittelalterliche Substanz erhalten und macht durch die engen und im Wesentlichen unbefahrenen Gassen das entsprechende Gefühl dazu. Zahlreiche kleine Läden mit allerlei verschiedenster Sachen sind überall vorhanden. Dazu auch noch überall zahlreiche Restaurants, in die ich aber nicht gehen wollte, da ich hier nicht als Luxustourist bin. Barcelona ist eine teure Stadt und hier wird man auch schnell viel Geld los wenn man will oder auch nicht. Die Preise an den Schildern der Restaurants bewegten sich meist zwischen 10 u. 30€ im Barri Gotik.

Wobei ich da nicht absichtlich drauf geachtet habe und das nicht repräsentativ ist. Für den ersten Besuch in dem Stadtviertel gibt es unheimlich viel Abwechslungsreiches zu sehen. Irgendwann bin ich auf die berühmte La Rambla gelangt. Irgendwo in der Mitte. Ich wollte eigentlich mal einer Route aus dem einsamen Planeten folgen, mir fehlte allerdings der Startpunkt. Also erst mal die Rambla runter wieder Richtung Hafen. Die Straße erschien mir schon nach wenigen Minuten als ungeheuer langweilig. Ich weiß nicht warum die Leute da mittendrin rumlaufen. Da gibt’s einfach nichts, zumindest für mich nichts zu sehen. Das einzig Positive waren die Kippen, die ich mir für 3,56 € an einem Zeitungsstand kaufen konnte. Also noch vor dem Hafen umgedreht und wieder hoch.

Auf Höhe der Correra Hospital bin ich doch gleich mal nach Raval rein. Als ich einen interessanten Hinterhof sah bin ich rein um mich unter Palmen und Orangenbäumen ein wenig auszuruhen. Zufälligerweise war ich an einem geschichtsträchtigen Ort gelandet, der im einsamen Planeten als von Pennern und pausierenden Studenten bevölkerter Platz bezeichnet wird. So schlimm fand ich das dort nicht, sondern eher sehr gemütlich. Vielleicht ist das im Sommer aufdringlicher. Durch das Hospital durch und dann weiter geradeaus nach Westen oder etwas kreuz und quer durch Raval. Beim durchrennen bin ich dann plötzlich an stehengeblieben, weil mich die Bücher unterbewusst aufmerksam machten. Der Laden war so was wie die Zentrale der Federación Anarquista Ibérica in Barcelona oder sowas. Hab mich nicht weiter beschäftigt damit, da ich kein Spanisch kann.

Weiter durch Raval, das mir nicht annähernd so schräg vorkam wie wenn man in Alexandria im Dunkeln abends in irgendeinem Viertel abgesetzt wird wo es auf der Straße brennt, kaum Licht und alles very crowded. Irgendwann bin ich auf einer Straße vorbeigekommen wo es zahlreiche Musikläden gab. Ca. 4 Stück nacheinander. Einer hatte Metal, der andere Rocknroll wieder der nächste gemischtes Zeug. Gerade in Spanien gibt’s wohl doch Leute die CDs und Platten kaufen statt sie sich einfach zu saugen. Weiter ging’s quer über La Rambla ins Barri Gotik. Zahlreiche verwinkelte kleine Gässchen mit vielen kleinen Geschäften und Lokalen erwarten den geneigten Besucher. Am Restaurant in dem Picasso angeblich oft eingekehrt ist vorbei und noch kreuz und quer durch das Barri. An einem Stand auf La Rambla später noch ein Sandwich gekauft für 8 €. Das hatte sich ganz und gar nicht gelohnt aber ich hätte mir was anderes wo anders kaufen können. Anschließend ging’s weiter die Straße und die Verlängerung in Richtung Norden nach Gracia um im Hostel einzuchecken.

Das Hostel befand sich auf der Diagonal im ersten Stock eines scheinbar im Jugendstil errichteten Hauses. Es war erst 18.00 Uhr und bin in den Aufenthaltsraum um etwas im Netz zu surfen. Gleichzeitig hab ich mich erst mal mit einigen anderen bekannt gemacht. Es waren viele Amerikaner vor Ort aber aus unterschiedlichen Regionen, ein Ire, ein brasilianisch stammender Portugiese und drei Polinnen. Wer noch so da war weiß ich nicht mehr. Die gesamte Gesellschaft war auch recht stark auf Party aus. 1900 wurde die Rezeption in eine Bar verwandelt. 2300 sind wir in eine Trinkhalle ausgegangen. Ich würde das als Trinkhalle bezeichnen, war wohl nur eine riesige Bar. Interessanterweise gibt es in Spanien seit einigen Jahren ein Rauchverbot in Bars größer als 100 m². Zumindest müssen sie einen Extraraum für Raucher machen. Ich war anscheinend der Einzige der sich daran gehalten hat. Zumindest habe ich später mitbekommen, dass eigentlich überall geraucht wird.

Irgendwann war ich zu fertig und versuchte mit der Metro zur Diagonal zurück zu kommen. Die Bahn fuhr allerdings nicht mehr. Also ein Taxi genommen, wobei mir kurz nach dem Einsteigen bewusst wurde, dass ich das Ziel nicht so recht wusste. Ich hab ihm irgendwas von St Juan erzählt mit ‘nem Basilisk. Der hatte mich auch zu einem Basilisk gefahren, was mich knapp 10 € gekostet hatte. Nach dem Aussteigen fiel mir auf, das es nicht der Basilisk war zu dem ich wollte. Also wieder ein Taxi zu einem anderen Basilisk genommen. Das hatte mich wieder 6 Euro gekostet. Bei diesem Basilisk ist mir aber noch aufgefallen, dass der auf der Diagonal stand und ich somit nur in die Richtige Richtung laufen musste. Nach irgendeiner Zeit bin ich auch angekommen.


Nächster Tag…

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