🇺🇸 2009 Florida – Tag 2 – Orlando

Nachdem mich die Putzfrau geweckt hatte schnappte ich meine Sachen, bezahlte irgendwie damals noch in bar und ging nach draussen ein Taxi suchen. Schon wieder falsch. Kreditkarte erleichtert so einiges und es ist Standard das man das Taxi vor das Hotel rufen lassen kann an der Rezeption. Ja damals war ich noch echt unerfahren. Irgendwie fand ich ein Taxi oder vielleicht liess ich mir doch eines Rufen, da ich mich erinnere das die Gegend dort recht verloren wirkte. Die Fahrt kostete wieder ca. 50$. Das braucht auch gar nicht zu verwundern, da die Abstände in den USA wesentlich größer sind als sonst wo.

Das Gaylord Palms Orlando befand sich irgendwo im grünen Nichts. Ich checkte ein und wurde wenn ich nicht schon Aussen beeindruckt war dann doch endgültig Innen. Das Zimmer hatte nichts weiter besonderes. Das nervt mich immer in irgendwelchen Hotels wenn die aufzählen was denn so alles im Zimmer ist. Wichtig ist für mich als erstes das ich keine Platzangst bekomme. Das hatte ich zu oft, das das Zimmer nur aus einem Bett bestand und man sich da drumherum zwängen muss. Also als erstes groß und dann der Rest. Besonders wenn man mehr als zwei Tage da drin ist. Das Gaylord Palms ist riesig groß. Riesig ist gar kein Ausdruck. Von meinem Zimmerbalkon hatte ich einen Ausblick auf einen tropischen Garten mit einem See auf dem ein Schiff war in dem es auch eine Bar gab. Der Garten befand sich wohlgemerkt im Hotel.

Das ganze Ding war mit Glas überdacht und Klimatisiert. Später hab ich noch mehr da gesehen. Koi-Teiche, Alligatoren und Schildkröten, Vögel Restaurants usw. Außen herum gab es bestimmt 10 unterschiedliche Pools. Unterhalb gab es Parkdecks und Konferenzräume sowie richtige Hallen. Das Zimmer kostet auch normalerweise 300$ die Nacht, was zum Glück im Konferenzpreis mit drin war. Das hätte ich nie abrechnen können und wollen. Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte beschloss ich raus zu gehen. An der Rezeption fragte ich nach einer Bushaltestelle. Da muss ich heute noch in mich hineinlachen vor solcher Naivität. Natürlich gab es die und die gute Frau versuchte nachdem sie mich zehn mal gefragt hatte ob ich nicht die Limousine will mir einen Plan auszudrucken und den Weg zu erklären. Eigentlich nicht schwer. Aus dem Hotel raus, dann rechts und nächste wieder rechts.

Nachdem ich eine Stunde auf dem Highway bei über 30 Grad marschiert war erreichte ich schließlich irgendwann die Bushaltestelle in dem Kaff mit dem lustig klingenden Namen Kissimee. Nach nochmals einer halben Stunde oder mehr kam schließlich ein Bus der nach Orlando fahren sollte. Der Bus fuhr aber erstmal nach Disney-Land und dann zurück nach Orlando. Das gab mir wenigstens die Zeit etwas in der Landschaft rumzuglotzen, die vorwiegend aus sehr weit verteilten Häusern mit recht großen Grundstücken und sonst grünen ebenen Flächen und einigen Palmen bestand. Im Bus war es sehr kalt. Ich hatte das schon bemerkt als die Tür aufging und ich fror die ganze Zeit.

Später hatte mir mal ein wesentlich älterer Kollege erzählt das er mal in den USA gegenüber vom Hotel einkaufen war und über den Highway zu Fuss musste oder wollte. Als er zurückkam mit seinen Tüten haben Autos auf dem Highway gehalten und ihm Geld gegeben. Das hat er mir erzählt als ich eine ähnliche Aktion mal in der Nähe von Boston gemacht hatte. Jemand noch nicht dort war kann sich das einfach nicht vorstellen. Es geht einfach nirgendwohin ohne Auto. Und wenn doch dann ist man bitter arm. Nach dem ich nen Freund der mal in Orlando gewohnt hatte angerufen hatte und ihm erzählt hatte das ich mit dem Bus fahre, worauf der mich wieder auslachte, beschloss ich später zum Flughafen zu fahren um mal nach nem Auto zu schauen. Ohne Auto wäre ich die ganze Zeit im Gaylord eingeschlossen gewesen.

So Nobel das Hotel auch ist, die Preise waren es auch und ich hatte keine Lust jeden Tag 100$ für Essen hinzulegen und nicht rauszukommen. Schon schräg. In Florida und dann wohnt man in nem klimatisierten Gewächshaus. Nur einmal später hatte ich wieder kein Auto, weil ich wirklich nur kurz in der Nähe von Boston war und mit Limo ins Hotel und wieder zurück wollte. Das ging aber einfach nicht. Das Hotel wo der mich absetzte hieß ähnlich, war es aber nicht. So durfte ich dann eine Stunde über den Highway. Das Hotel hatte auch nichts weiter zu Essen, weshalb ich dann wieder über den Highway Kilometerweit in nen Shop musste.

Also niemals ohne Auto in den USA! Zumal das auch billiger ist. Ein Auto kostet ca 20-30$ am Tag. Am Busbahnhof angekommen war nicht so viel los. Insgesamt war die Stadt recht weiltäufig und wie ziemlich leer. An dem einen See dort war irgend was mit Gitarren, aber ich beschloss wieder zurückzugehen und zum Flughafen zu fahren. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich ein Auto. Das mßüsste ein Toyota Camry gewesen sein. Ich weiss gar nicht mehr wie ich den bekommen hatte. Ich glaube damals hatte ich noch keine Kreditkarte. Oder vielleicht hatte ich doch eine. Ohne geht es soweit ich weiss nicht. Vielleicht ging das 2009 noch. Mit dem Auto war das schon wesentlich besser, da man so viel schneller und mehr sehen kann.

Ich fuhr wieder in Richtung Orlando und später zu irgendwelchen Käffern beim Gaylord. Ständig gab es Mautstellen, so dass ich darauf achten musste mir ein Depot an Münzen im Auto anzulegen. in einem Kaff machte ich dann meine erste Erkenntnis mit den etwas anderen Verkehrsregeln in den USA. Eine gleichrangige Strasse dort bedeutet, das der zuerst fährt der dort als erstes ankommt. Ich stand dort also etwas deppert da, weil ich den anderen rechts von mir losfahren lassen wollte und der mich. Das bewirkte, dass ich mir Abends die Verkehrsregeln mal ansah. Nach einiger Zeit rumfahren und Einkäufen erledigen setzte ich mich dann auf meinen Balkon und qualmte gemütlich trotz Rauchverbot im Hotel vor mich hin während ich mit dem Laptop rumsurfte.


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