🇪🇬 2009 Ägypten – Tag 2 – Alexandria

Wir hatten irgendwann beschlossen einen Abstecher nach Alexandria zu machen. Die einzige Option ist der Zug, weshalb wir uns recht zeitig auf dem Weg zum Bahnhof aufmachten. Von Gizah kommend nahmen wir den Bus der uns direkt vor den Bahnhof brachte. Im Bahnhof gab es einen Ticketschalter und irgendwie konnten wir uns auch verständlich machen und bekamen zwei Tickets für den nächsten Zug nach Alexandria. Der Zug wartete schon am Gleis so dass wir nach einer Zigarettenpause gleich einsteigen konnten. Irgendwann fuhr der Zug ab und ewig lange Zeit durch Kairo und die Vororte von Kairo am Nildelta entlang nach Norden zur Küste.

Insgesamt war der Zug recht bequem, nur nicht mit ganz so sauberen Scheiben, was allerdings recht egal war. Außer das die Fotos aus dem Zug heraus etwas trübe geworden sind. Unterwegs gab es seltsamerweise recht viele Ziegelbrennereien zu sehen. Die erkannte man an den hohen Schornsteinen. Allerdings waren die trotzdem recht klein. Auf der Fahrt kam eine Ortschaft nach der anderen. Zwischendurch brannte auch mal was neben den Bahnschienen. in den Wagen selber durfte man nicht rauchen. Allerdings konnte man zwischen den Wagen rauchen, was von vielen genutzt wurde. An manchen Bahnhöfen stiegen Verkäufer ein, gingen durch den Zug und stiegen im nächsten Bahnhof wieder aus.

Damit erübrigte sich der Speisewagen. Die Ankunft in Alexandria machte sich durch zunehmende Bebauung bemerkbar. Die Häuser wurden mehr und auch wesentlich höher. Insgesamt sah das alles aber nicht sehr einladend aus. Die Häuser bestanden auch unterwegs in dem typischen arabischen Stil indem Stahlbetonsäulen an allen Ecken waren, Boden und Decke wahrscheinlich auch aus Stahlbeton und die Seiten aus Ziegeln. Jedes Haus hatte mindestens die Stahbetonsäulen für das nächste Stockwerk oben drauf, mindestens aber den Bewehrungsstahl noch übrig. Auf dem Land bestanden die teilweise nur aus einem Stockwerk, wobei oben irgendwas gelagert wurde oder ein Stall war.

In Richtung der Städte wurden diese Bauten aber auch bis zu 20 Stockwerke hoch, wobei ich mich fragte ob das statisch wirklich so einfach geht. Aber anscheinend geht das so. Im Bahnhof in Alexandria angekommen gingen wir noch zu einer Touriinformation. Die sagten uns noch was von einem Stadtteil wo wir nicht hingehen sollten. “Very Crowded”. Keine Ahnung was das bedeuten sollte, aber wir wollten da nicht hin. Außer uns waren nur noch zwei Japaner als erkennbare scheinbare Ausländer im Bahnhof. Aus dem Bahnhof raus gingen wir in Richtung mehr durch Strassen mit alten Gebäuden, die auch sonst wo am Mittelmeer stehen könnten. Allerdings war der Zustand etwas zweifelthaft.

Die Stadt machte aber gerade dadurch einen äußerst interessanten Eindruck. Überall waren Geschäfte, Menschen und Autos. Es gab auch eine Strassenbahn. Irgenwo machte ich noch ein Foto von einem Bild auf dem Mubarrak mit einem Flugzeugträger und F14 Kampfflugzeugen abgebildet war. Am Strand angekommen konnte man erst sehen wie groß oder wie lang die Stadt eigentlich ist. Ich hab mir das später noch mal auf einer Karte angesehen und das sind ungefähr 50 – 100 km. Jedenfalls war der Strand zu beiden Seiten bis zum Horizont vollkommen zugebaut. Am Strand haben wir erstmal irgendwas gegessen, was gar nicht so gut schmeckte aber wenigstens satt machte.

Wir gingen an der Bibliothek von Alexandra vorbei und am Strand weiter in Richtung des Turms von Alexandria. Immer wieder gab es prachtvolle alte Gebäude und recht ansehnlich kleine Parks. Am Turm angekommen wurde es auch schon langsam Dunkel. Beim Turm selbst sollte es irgendwas wie ein Museum geben, was sich irgendwie als kleine Buchte herausstellte, die wir nicht für sinnvoll erachteten zu betrachten. Auf dem Platz vor dem Turm waren einige Menschen und eine kleine Buden mit Essen und Süßigkeiten. Wir chillten etwas auf dem Platz bis es wieder Zeit wurde zum Bahnhof zurückzufahren. Mittlerweile war uns klar geworden, das es knapp werden konnte mit dem Zug, da der Weg zum Bahnhof doch recht weit war. Zwischendurch entdeckten wir noch einen Liquor-Store in dem wir uns mit reichlich Bier das Stück für nen Euro eindeckten. Wir beschlossen also ein Taxi zu nehmen.

Irgendwie konnten wir uns nicht so recht verständigen oder der Typ wollte uns nicht verstehen. Irgendwie ging das dann aber doch. Allerdings fuhr der einen recht seltsamen Weg. Irgedwann kamen wir in einer runtergekommen Gegend an in der Feuer auf der Strasse brannte. Das machte gar nicht so einen guten Eindruck. Damals fand ich das noch etwas erschreckend aber mittlerweile würde mich das nicht mehr stören. Es werden schließlich in Deutschland mehr Ausländer umgebracht oder angegriffen als Deutsche in anderen Ländern. Araber sind im Gegenteil äußerst Hilfsbereit und freundlich, auch wenn man halt mal ein Feuerchen auf der Strasse anzündet um irgendwas zu Grillen. Auf jeden Fall beschlossen wir dort trotzdem auszusteigen, da der Taxler die reinste Katastrophe war.

Nach einem Bahnhof sah das auch nicht aus, so dass wir in das nächst beste Taxi einstiegen was vorbeikam. Mit dem Taxler schien es besser zu klappen, allerdings schien das erst nur so. Hier machte ich übrigens meine erste Erfahrung mit Kartenlesenden Arabern. Ich hielt ihm nämlich die Karte hin auf der auch das Ziel in Arabisch stand. Im Nachhinein glaube ich er könnte nicht lesen. Karten lesen auch nicht, wie ich es öfters von anderen bemerkt hatte, ohne dass sie etwas sagen. Der Taxler fuhr schon wieder seltsam durch die Gegend und es wurde immer später irgendwann merkte ich das wir wieder an der selben Stelle am Strand waren wo wir mit dem anderen losgefahren sind.

Wir beschlossen hier wieder auszusteigen, da das so nicht klappen konnte und liefen schleunigst zum Zug. Ich glaube wir sind nicht pünktlich angekommen aber den Zug hatten wir trotzdem noch bekommen. Generell war es recht war und die Zug war nicht klimatisiert. Ich habe mir ein Malzgetränk geschnappt und bin in den Raucherbereich gegangen. Ein alter Zausel deutete an, das ich das mit der Dose hier nicht machen sollte, worauf ich ihm die Dose vors Gesicht hielt und er abwinkte. Denkt der ich saufe dort Bier oder was? Das Malzbier gibts an jeder Ecke und ist nicht so schwer zu unterscheiden. Die Fahrt war etwas ermüdend und aus dem Fenster sehen konnte man auch nicht viel. In Kairo angekommen fuhren wir wieder mit dem Bus nach Gizah. Ich weiß gar nicht wie wir das immer hinbekommen haben. Ich glaube wir haben immer möglichst einen von den zahlreichen Militärs gefragt, die überall waren, da diese recht gut Englisch konnten und sehr freundlich waren. Im Hotel angekommen gabs dann aber wirklich noch richtiges Bier zum Abmatten.


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